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Montag, 9. Mai 2016

Sigmar Gabriel schließt Rücktritt aus: "Ich stehe voll hinter mir als Parteivorsitzender"

Entgegen anderslautenden Prophezeiungen des Focus-Herausgebers Helmut Markwort ist Sigmar Gabriel bislang nicht von seinem Posten als SPD-Vorsitzender zurückgetreten. In einem exklusiven Interview hat der Postillon den Vizekanzler zu seiner Karriereplanung befragt:

Postillon: Herr Gabriel, danke, dass Sie sich die Zeit für dieses Gespräch genommen haben.
Gabriel: Ich danke Ihnen auch im Namen meiner Partei, der CD… halt nee, Moment, SPD heißt die, oder? Naja, jedenfalls freue ich mich, hier zu sein.
Postillon: Am Wochenende gab es Gerüchte - unter anderem kolportiert von Helmut Markwort -, laut denen Sie schon heute zurücktreten wollen. Ist da was dran?
Gabriel: Klar. Am Markwort ist einiges dran. Der war ja schon immer recht vollschlank. Ach, Sie meinten an den Gerüchten! Nein, da ist nix dran. Ein Kapitän verlässt das sinkende Schiff zuletzt. Erst wenn der letzte SPD-Wähler sicher von Bord gegangen ist, dann bin ich dran. Meine Aufgabe ist es, das sinkende Schiff solange auf Kurs halten.
Postillon: Sie haben also zu keinem Zeitpunkt mit dem Gedanken gespielt, zurückzutreten?
Gabriel (selbstsicher): Nein, ich stehe voll hinter mir als Parteivorsitzender.
Postillon: In Österreich ist mit Werner Faymann soeben der Parteichef der Sozialdemokraten zurückgetreten. Er begründete dies mit Wahlniederlagen seiner Partei. Ein Vorbild für Sie?
Gabriel: Man kann die SPÖ und die SPD nicht miteinander vergleichen. Bei der einen steht ein Ö hinten, bei der anderen ein D. Das sind Welten.
Postillon: Sie wollen also auch nicht zurücktreten, wenn die SPD noch weiter abrutscht und in Umfragen unter 20 Prozent fallen sollte?
Gabriel: Es wäre völlig unverantwortlich, ausgerechnet dann zu gehen, wenn es mit der Partei bergabgeht.
Postillon: Verstehe. Würden Sie also erst zurücktreten, wenn es wieder aufwärtsginge?
Gabriel: Sind Sie wahnsinnig? Dann würde ich selbstverständlich bleiben, weil mir der Erfolg ja Recht geben würde.
Postillon: Und angenommen, die Umfragewerte der SPD würden stagnieren?
Gabriel: Dann müsste ich ebenfalls bleiben, weil ich ganz offensichtlich zur Stabilisierung der Partei beitrage.
Postillon: Eine Win-Win-Win Situation also?
Gabriel: Für mich schon. Habe ich eigentlich schon darauf hingewiesen, dass TTIP total klasse ist und die Deutschen sich nicht so anstellen sollen? Das muss ich mindestens einmal pro Interview erwähnen. Auflage von der Chefin.
Postillon: Wie wollen Sie die SPD wieder zu alter Kraft zurückführen?
Gabriel (empört): Mit Hannelore Kraft hat das gar nichts zu tun. Vorsitzender der SPD bin und bleibe ich.
Postillon: Nein, wir meinten: Wie wollen Sie die SPD retten?
Gabriel: Wir haben da schon einen brillanten Plan. Wir werden den Wählern einfach vor der Bundestagswahl versprechen, dass wir diejenigen sind, die für mehr soziale Gerechtigkeit stehen. Zumindest die Wähler, die nach 2013 geboren sind und die, die aufgrund einer seltenen Krankheit ihr Langzeitgedächtnis verloren haben, dürften wir so überzeugen.
Postillon: Und nach der Bundestagswahl?
Gabriel (schaut auf sein linkes Handgelenk): Ach, herrje. Schon so spät? Ich muss jetzt ganz dringend weg.

ssi, dan; Foto: Emmanuele Contini / Shutterstock.com
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