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Dienstag, 14. Juni 2016

Lebensmittelskandal: Schlumpfgehalt in Schlumpfeis oft unter 20 Prozent

München (dpo) - Was draufsteht, ist auch drin – davon geht man als Kunde beim Einkauf normalerweise aus. Doch wie eine Recherche der Verbraucherzentrale Bayern jetzt ergab, liegt der Schlumpfgehalt des bei Kindern und Jugendlichen beliebten Schlumpfeises oftmals bei lediglich 20 Prozent oder darunter. Die Mehrheit der Eishersteller streckt hemmungslos.

Insgesamt 24 Eisbuden in großen deutschen Städten prüften die Lebensmitteltester. Das Ergebnis war fast überall das gleiche: "Der Schlumpfgehalt liegt selten über 30 Prozent und in manchen Fällen sogar unter 15 Prozent. Das entspricht nicht einmal einem halben Schlumpf pro Kugel", erklärt Lebensmittel-Chemikerin Tanja Rohnstett, die das Schlumpfeis auf die chemische Zusammensetzung getestet hat. "Der Rest ist oftmals eine Mischung aus Wasser, Eiweiß, blauer Farbe, Zucker und Pflanzenfett."
Wenn sie wüsste, wie wenig Schlumpf in ihrem Eis ist...
Auf den geringen Schlumpfgehalt ihres Eises angesprochen, suchen viele Eishersteller und Eisbudenbesitzer Ausflüchte. Die meisten beklagen sich über die hohen Schlumpfpreise. Da Schlümpfe in Gefangenschaft binnen weniger Stunden eingehen, müssen sie einzeln im Wald gefangen werden. Bei einem Euro bis 1,50 Euro pro Kugel Eis sei dies kaum finanzierbar.
Eine Rechtfertigung, die vielen Kunden nicht schmecken wird – zumal Schlümpfe dank ihres hohen Calcium- und Vitamin-B-Gehalts als sehr gesund gelten.
Einzig das Schlumpfeis des belgischen Eisherstellers "Carl K. Mel & A. Zrael" stach mit einem Schlumpfgehalt von über 50 Prozent positiv hervor.
Als Nächstes will die Verbraucherschutzzentrale Kinderschnitzel, Bauernbrot und Zigeunersauce unter die Lupe nehmen. Es bleibt zu hoffen, dass dort nicht mit ähnlichen Tricksereien gearbeitet wird.
ssi, dan; Fotos [M]: Shutterstock
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