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Mittwoch, 15. Februar 2017

Amtsmissbrauch: Von der Leyen ließ Privatwagen regelmäßig aus der Luft betanken

Berlin (dpo) - Es ist ein schockierender Fall von Steuerverschwendung: Offenbar um Zeit und Geld zu sparen, hat Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) ihr Privatauto über mehrere Jahre hinweg mehrfach von der Bundeswehr aus der Luft betanken lassen. Entsprechende Beweise und Zeugenaussagen liegen dem Postillon vor.

Zwischen 2014 und 2016 forderte die Ministerin in mindestens zwölf Fällen eine Luftbetankung ihres VW Passat durch einen speziell ausgerüsteten Airbus A400M der Luftwaffe an. Dies geht aus internen Unterlagen der Bundeswehr eindeutig hervor.
Eine Bekannte der Familie von der Leyen, die im August 2015 privat von der CDU-Politikerin im Auto mitgenommen wurde und anonym bleiben will, erzählte uns: "Nach einigen Minuten Fahrt wies ich Frau von der Leyen darauf hin, dass sie bald tanken muss." Daraufhin habe sie gelacht und eine Nummer in ihrem Autotelefon gewählt. "Einmal volltanken, bitte", soll die Verteidigungsministerin gesagt haben. "Die Koordinaten gibt mein Assistent durch."
Ist sie als Verteidigungsministerin noch zu halten?
Die Luftbetankung von von der Leyens Privatfahrzeug dürfte den Steuerzahler teuer zu stehen gekommen sein: Das Benzin (Super Plus) stammt aus Bundeswehrbeständen und schlägt in den bislang bekannten zwölf Fällen mit mindestens 774,28 Euro zu Buche. Zusätzlich verbrauchte das Tankflugzeug durchschnittlich für jeden von der Ministerin getankten Liter rund 400 Liter Kerosin, was zusammen mit den Einsatzstunden der Crew sowie Wartung und Reparaturen mit weiteren Kosten von rund drei Millionen Euro je Einsatz verbunden ist.
Wie gefährlich diese Manöver sind, zeigt folgende Begebenheit: In einem durch mehrere Zeugenaussagen bestätigten Fall befand sich von der Leyen im Herbst 2015 mit ihrem Wagen in voller Fahrt auf der Autobahn, als sie Treibstoff anforderte. Bei der Betankung wurde ein anderes Fahrzeug durch den bis zu 20 Meter langen Ausleger des Flugzeugs beschädigt, wodurch es fast zu einer Massenkarambolage kam. Der geschädigte Fahrer, Henning B. (38) aus Hannover, hat bis heute keinen Cent Schadenersatz erhalten, weil ihm niemand glaubte. Uns zeigt er exklusiv, wo sein Auto getroffen wurde:
Die fahrlässige und kostspielige Praxis wurde erst im Dezember 2016 eingestellt, nachdem wir im Zuge unserer Recherchen einen Fragenkatalog per Mail an das Verteidigungsministerium geschickt hatten. Auf die Antworten auf unsere Fragen warten wir bis heute.
up, ssi, dan; Foto Mitte: Dirk Vorderstraße, Foto unten: Shutterstock
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