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Mittwoch, 5. April 2017

Menschen ermorden offenbar immer dann nicht mehr ok, wenn Giftgas involviert ist

Idlib (dpo) - Das massenhafte Ermorden von Menschen ist offenbar immer dann nicht mehr in Ordnung, sobald dies durch den Einsatz von Giftgas geschieht. Das geht aus den internationalen Reaktionen auf einen verheerenden Giftgaseinsatz in der syrischen Provinz Idlib hervor, bei dem mindestens 58 Menschen ums Leben kamen.

"GIFTGASANGRIFF!!!" titelten etwa mehrere Medien hysterisch und zeigten Bilder von sterbenden Menschen und toten Kindern, was an sich gerechtfertigt wäre, wenn dieselben Medien sonst nicht vergleichsweise unaufgeregt und oft nur am Rande über die täglichen Opfer des seit 2011 tobenden Krieges mit über 400.000 Toten und Millionen Flüchtlingen berichten würden.
Allenfalls wenn von einer von ihnen nicht bevorzugten Kriegspartei Schulen oder Krankenhäuser bombardiert werden, ruft das massenhafte Morden gelegentlich auch ohne Giftgas ähnlich heftige Reaktionen in den Medien hervor.
Auch zahlreiche Politiker aus den über 20 Ländern, die derzeit am Syrienkrieg beteiligt sind, zeigten sich empört. Sie bezeichneten den Giftgasangriff als schlimmes Kriegsverbrechen.
Kein Wunder, dass alle Beteiligten prompt versuchten, den Angriff politisch zu instrumentalisieren oder - falls sie selbst unter Verdacht stehen - der jeweils anderen Fraktion zuzuschieben.
Anschließend gingen sämtliche Kriegsparteien wieder dazu über, Menschen ganz regulär und gesellschaftlich akzeptiert durch Bomben, Raketen, Gewehrfeuer, Fassbomben, Drohnenangriffe oder - noch eleganter - indirekt durch Waffenlieferungen und Aufklärungsflüge umzubringen.
ssi, dan; Foto: Shutterstock
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