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Freitag, 9. Juni 2017

SPD völlig baff: Sozialdemokratische Partei holt mit sozialdemokratischem Programm 40%

London, Berlin (dpo) - Große Verwirrung im Willy-Brandt-Haus! Nachdem Labour-Chef Jeremy Corbyn in Großbritannien riesige Stimmenzuwächse vermelden konnte, zeigt sich die Partei-Spitze der SPD verblüfft. Der Grund: Die sozialdemokratische Labour-Partei holte sich 40 Prozent der Stimmen (2015: 30%) ausgerechnet mit einem klassisch sozialdemokratischen Programm.

"Hä? Irgendetwas stimmt hier gar nicht!", stottert der SPD-Fraktionsvorsitzende Thomas Oppermann, während er sich immer wieder kräftig in den Arm zwickt. "Ich kann es mir momentan nur so erklären, dass Labour die Wahl mithilfe von schwarzer Magie beeinflusst hat. Es ist nämlich unter normalen Umständen völlig unmöglich, im 21. Jahrhundert mit echten sozialdemokratischen Ideen wie zu Willy Brandts Zeiten Wählerstimmen zu holen, das weiß doch jedes Kind."
Dennoch gelang es Jeremy Corbyn, das beste Ergebnis für Labour seit 20 Jahren zu erzielen, was Premierministerin Theresa May, die sich mit der überraschenden Wahl für den Brexit stärken wollte, die absolute Mehrheit kostete.
"Ein Sozialdemokrat, der sozialdemokratische Politik macht? Wie crazy ist das denn?", staunt auch der ehemalige Landesvorsitzende der baden-württembergischen SPD Nils Schmid, der entsprechend schon 2015 nach Corbyns Wahl zum Parteichef twitterte:
Heute ist Schmid einfacher Abgeordneter. Die SPD in Baden-Württemberg holte 2016 12,7 Prozent und ist zweitkleinste Oppositionspartei.
Der neue SPD-Generalsekretär Hubertus Heil ist ebenfalls noch völlig baff: "Das ist wirklich krank. Wir reden hier von echter Umverteilungspolitik von oben nach unten und einer klaren Absage an die Schröder-… äh… Blair-Jahre und nicht nur dem halbherzigen Rückgängigmachen einiger Teilaspekte der Reformen. Kann man das als Partei einfach beschließen? Das geht doch nicht, oder? Dann schimpft doch die Bild-Zeitung!"
SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz indes hat bereits angekündigt, sich persönlich mit Labour-Chef Jeremy Corbyn zu treffen:
"Ich möchte mir endlich mal einen echten Sozialdemokraten mit Prinzipien aus der Nähe anschauen", so Schulz begeistert. Außerdem möchte er von Corbyn erfahren, wie es sich anfühlt, wenn man von der Parteibasis gewählt ist und nicht einfach von Sigmar Gabriel ernannt wurde.
ssi, dan; Foto oben: dpa/Shutterstock
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