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"Was? Strom?" – Südwestberliner bereits vollständig an neue Lebensbedingungen angepasst

Berlin (dpo) - Die Stromversorgung im Südwesten Berlins ist heute nach einem viertägigen Ausfall wiederhergestellt worden. Die Bewohner vor Ort zeigten sich jedoch eher gleichgültig – sie hatten sich in der Zwischenzeit vollständig an die neuen Gegebenheiten angepasst.

"Wat? Strom? Wat war'n dit noch gleich?", fragt eine Südwestberlinerin, die gerade mit einer Hand ihre Wäsche mit Waschbrett und Zuber reinigt und mit der anderen Hand Butter stampft. "Dit is doch nur wieder so moderner Kram, den keener braucht."

Im Hintergrund treiben johlende Kinder einen Reifen mit einem Stock vor sich her. Andere melken Ziegen oder sammeln Feuerholz.

Offenbar haben sich die Anwohner schnell an ein Leben wie im 19. Jahrhundert gewöhnt. Weil auch Zapfsäulen ohne Strom nicht funktionieren, sind die meisten auf Pferdekutschen umgestiegen, Petroleumlampen spenden Licht und Wärme, Lebensmittel werden in mühsamer Handarbeit dem fruchtbaren Berliner Boden abgetrotzt.

"Den Strom könn'se gleich auslassen", findet auch ein anderer Südwestberliner, der gerade einen Weidenkorb flicht. "Dachte, dit kriegen die eh nich hin, und hab jetzt schon alle Jeräte, die damit funktionieren, wegjeschmissen. Uns jeht's ooch so jut. Keen Bock, mir jetzt wieder umzustelln."

Mehrere Mitarbeiter der Berliner Stadtwerke, die für das Wiedereinschalten des Stroms verantwortlich waren, wurden inzwischen von einer aufgebrachten Menschenmenge mit Forken und Fackeln angegriffen und befinden sich derzeit zu Fuß auf der Flucht aus den betroffenen Gebieten.

tla, ssi, dan
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