Berlin (dpo) - Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner steht derzeit in der Kritik, weil er unmittelbar nach Beginn des flächendeckenden Stromausfalls im Südwesten der Stadt Tennisspielen ging. Doch wie der CDU-Politiker nun erklärte, wollte er dort lediglich ein funktionsfähiges Netz organisieren.
"Ja, es ist korrekt, dass ich erstmal zum Tennisplatz gegangen bin, als ich gehört habe, dass der Strom weg ist", räumte Wegner heute auf einer Pressekonferenz ein. "Aber das lag daran, dass ich mich dort nach einem funktionsfähigen Netz für die betroffenen Gebiete umgesehen habe. Das weiß doch jeder, dass es auf Tennisplätzen gute Netze gibt."
Vor Ort habe er sich dann zunächst selbst davon überzeugen müssen, ob das Netz auch voll funktionsfähig ist. "Das bin ich den Berliner Bürgern schuldig", so Wegner.
Nach einer Stunde, in der Wegner sich mit einem Bekannten ein intensives Match geliefert hatte, sei klar gewesen: Hier handelt es sich um ein voll funktionsfähiges Netz.
"Leider ergab dann ein Telefonat mit dem lokalen Stromversorger, dass zur Wiederherstellung des Stroms eine völlig andere Art Netz gebraucht wird", erklärte Wegner zerknirscht. "Es gab also ein Kompatibilitätsproblem. Das ist natürlich ärgerlich, aber ich habe mein Bestes gegeben."
Bei Veröffentlichung dieses Artikels befand sich Wegner erneut auf dem Weg zum Tennisplatz, nachdem der Postillon sein Büro kontaktiert und um zwei bis drei Sätze zum Thema gebeten hatte.
tc, ssi, dan; Foto: Imago/Shutterstock
