Berlin (dpo) - Die Aufregung war groß, als Graffiti-Künstler Banksy vor wenigen Tagen durch eine detaillierte Recherche von Journalisten enttarnt wurde. Doch nun folgt schon der nächste Coup: Einem Team von Postillon-Journalisten ist es gelungen, die Identität des wohl bekanntesten deutschen Street-Art-Künstlers Acab zu lüften.
Hinter den fast allgegenwärtigen "ACAB"-Sprühereien in deutschen Städten steckt demnach der 58-jährige Stuttgarter Acab-Horst Krämer. "Das Mysterium ist gelüftet", so Postillon-Investigativjournalist Silas Vogel. "Der wohl fleißigste Graffiti-Künstler von allen ist kein Phantom mehr."
Zweifelsfrei identifizieren werden konnte Acab nach intensiver Detektivarbeit durch einen Abgleich im bundesdeutschen Namensregister – er war neben Acab Günzelsammer aus Garmisch-Patenkirchen und Trudigunde-Acab Speudelbauer aus Bielefeld der einzige mit diesem ungewöhnlichen Namen.
Trudigunde-Acab Speudelbauer verstarb allerdings schon im August 1912 im Alter von 82 Jahren, während Acab Günzelsammer (44) schon seit seiner Zeit als Kleinkind an einer beidseitig verkürzten Zeigefingersehne leidet, die ihm das Betätigen einer Spraydose unmöglich macht.
In der Szene gilt Acab als Legende. "Egal, wo man hinklettert, um was zu sprayen: Er war schon da", erklärt Street-Art-Künstler Tom R. "Acab hat es echt drauf." Als der Postillon den 58-Jährigen telefonisch mit den Rechercheergebnissen konfrontiert, nennt Acab als Hauptmotivation für seine Arbeit vor allem persönlichen Geltungsdrang: "Mir ging's eigentlich immer nur darum, meinen Namen an so vielen Orten wie möglich zu verewigen."
Angesprochen darauf, dass viele Menschen in ACAB eine bestimmte Bedeutung hineininterpretiert haben, zeigt sich Acab-Horst Krämer schockiert: "Die Leute dachten, ACAB heißt waaaaaas???????"
dan, ssi; Foto: Shutterstock
