Hamburg, Berlin (dpo) - Grandios! Ein neuer Bericht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung zur Integration von Migranten zeigt auf, dass die Redaktion von Spiegel Online lieber nicht über die mangelnde Schulbildung ausländischer Mitbürger schreiben sollte.Der Spon-Artikel mit dem nüchternen Titel "Arm, arbeitslos und ohne Bildung" wird eingeleitet mit folgenden Zeilen:
(...) Die Bundesregierung hatte sich viel vorgenommen. Mit dem "Nationalen Integrationsplan" von 2007 sollten Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund endlich voll in die deutsche Gesellschaft eingegliedert werden. Mehr als 400 Einzelmaßnahmen und Selbstverpflichtungen sollten zu diesem Ziel beitragen. Doch jetzt, zwei Jahre später, folgt die ernüchternde Zwischenbilanz: (...)Da sich der Bericht der Bundesregierung jedoch vollständig auf Zahlen aus den Jahren 2005 bis 2007 stützt (steht im selben Artikel), hat Der Spiegel also tatsächlich herausgefunden, dass es der "Nationale Integrationsplan" von 2007 nicht vermochte, seine ehrgeizigen Ziele bereits in den Jahren vor seiner Verabschiedung zu erreichen.
Offensichtlich greifen also die "Richtlinien für genaue Recherche", die das Blatt Postillon-Informationen zufolge im Jahr 2011 aufstellen wird, noch nicht.
ssi; Screenshot (zum Vergrößern anklicken): Spon; Foto: Funktioniert nicht mehr: kaputter Spiegel.
Nachtrag, 11. Juni: Spiegel Online hat den Bezug zum "Nationalen Integrationsplan" entfernt und eine Korrektur angefügt.
Dieser Artikel ist auch ein Gastbeitrag im BILDblog:
Redaktion "ernüchtert" über Zeitkontinuum
Aus dem Postillon-Archiv für BILDblog-Leser:
Darf man diesen Artikel auf einer Internetseite ohne Altersbeschränkung zeigen?
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Da freut sich der Red. über die ganzen Klicks von Bildblog-Lesern!
AntwortenLöschen@Vox Populi:
AntwortenLöschenJa, da freut sich der Red.
Ehrlich gesagt gesagt, ich versteh nur Schuh.
AntwortenLöschenHier ein Beitrag, den ich schon anderer Stelle gepostet hatte, der hier aber ganz gut rein passt:
AntwortenLöschenSpiegel Online war für mich über Jahre hinweg das Leitmedium im Online-Journalismus für den deutschsprachigen Raum. Womöglich durch die Werbekrise und den Zwang zum Sparen verstärkt, muss ich in letzter Zeit aber leider immer häufiger feststellen, dass die Qualität der Artikel stark nachgelassen hat, mal ganz abgesehen vom Abgleiten vieler Artikel auf Boulevard-Niveau.
Innerhalb von fünf Tagen bin ich nun aber auf zwei Artikel von dem selben Redakteur gestoßen, die dermaßen schlecht recherchiert sind und negativen Einfluss nehmen, dass ich sie so nicht kommentarlos stehen lassen kann.
Zum einen wäre da ein Artikel über die schwedische Piratenpartei, der pünktlich zur Europawahl Meinung gegen diese Partei macht. Unter der Überschrift "Warum Raubkopierer nach Brüssel wollen" werden die Parteimitglieder als Nerds (Langweiler, Außenseiter) und Computer-Freaks denunziert. Der Artikel bezeichnet "Pirate Bay" als eine Internettauschbörse, was natürlich falsch ist. Zugegebenermaßen, für den normalen Leser mag dies eine recht verständlich Erklärung sein.
Unter anderem tritt die Partei auch für eine Reformation des Urheberrechts und für das Recht auf Privatkopie ein. Dass diese Ziele in dem Artikel mit einer Legalisierung von Raubkopien und "Musik und Filme umsonst und für alle" gleichgesetzt werden, zeugt allerdings von völliger Unkenntnis.
Dass sich die Partei mit so wichtigen und hochaktuellen Themen wie der Zensur des Internets, der Überwachung der Bürger durch den Staat und eben auch der Pressefreiheit beschäftigt, wird gar nicht oder lediglich am Rande erwähnt. Der Artikel hätte die Piratenpartei als eine wählbare Alternative mit einem ernsten Anliegen darstellen können. Statt dessen wird sie in eine Ecke mit anderen Spaßparteien ohne echte Anliegen gestellt, damit der Wähler zur Wahl auch weiterhin sein Kreuz bei den Etablierten macht, die mit so wichtigen Slogans wie "Wir in Europa" geworben haben.
Der zweite Artikel unter dem Titel "Arm, arbeitslos und ohne Bildung" beschäftigt sich mit einem Bericht der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung zur Integration von Migranten. 2007 wurde ein "Nationaler Integrationsplan" verabschiedet dessen Ziele laut dem Artikel jedoch weit verfehlt wurden. Der Artikel beruft sich hier auf den Bericht der Bundesregierung, jedoch mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass diesem Bericht die Zahlen von 2005 bis 2007 zu Grunde liegen was somit den gesamten Artikel ad absurdum führt.
Nun habe ich mich gewundert, wie ein Redakteur innerhalb von 5 Tagen zwei solche Artikel abliefern kann und habe mich bei einem großen Online-Business-Netzwerk etwas schlau gemacht. Der besagte Redakteur tingelt nun schon seit fast zwei Jahren durch die Redaktionen der Republik und ist letzten Monat bei SpOn gelandet. Laut Profil bietet er, welch Ironie, 'saubere Recherche'. Als Qualifikationen bietet er aber immerhin 'CMS' und 'MS Office'.
Und die Benutzer im SpOn-Forum brabbeln nun schön die falschen Fakten der Artikel nach und regen sich darüber auf, wieso Migranten so schlecht integriert sind und Spaßparteien wie die Piratenpartei jetzt auch noch die Wahlkampfkosten erstattet bekommen.
Glücklicherweise gibt es bei uns noch die Pressefreiheit, so dass auch ein Praktikant schreiben kann was er will. Dass dies jedoch beim Spiegel in diesem Umfang möglich ist, hat mich dann doch etwas verwundert. In Zukunft werde ich werde ich wohl noch etwas kritischer an die Artikel dieses 'Leitmediums' herangehen und darauf hoffen, dass die Werbekrise bald vorbei ist.
ich will dir ja die freude nicht verderben, aber einen mußt du abziehen. ich bin nämlich von hier zu bildblog und wieder nach hier gesurft. also kein echter neuer. :)
AntwortenLöschenIch habe beide Blogs RSS-abonnized und hab nur darauf gewartet, bis so etwas passiert - die wirtschaftliche Verkettung und Monopolisierung der Satire/Watchblogs hat begonnen! Rennt um euer Leben!
AntwortenLöschenAhhhhh!
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