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Mittwoch, 3. Februar 2010

Folgen des haitianischen Erdbebens in Deutschland kaum noch zu spüren

Port-au-Prince, Haiti (dpo) - Endlich gute Nachrichten aus Haiti! Fehlenden Medienberichten zufolge hat sich Haiti nahezu vollständig von dem schweren Erdbeben am 12. Januar 2010 erholt.


Schon seit Tagen erreichen Deutschland kaum noch schlechte Nachrichten aus dem einst bitterarmen Karibikstaat. "Haiti ist aus den Medien verschwunden", erklärte Prof. Klaus Richter von der Deutschen Katastrophenhilfe gegenüber dem Postillon. "Das bedeutet, dass dort wohl alles wieder in Butter ist und wir unsere Hilfsbemühungen bald einstellen können." Das merke man auch daran, dass nichts mehr von geborgenen Überlebenden mehr zu hören sei.
Auch Tina Müllermeier vom Deutschen Roten Kreuz glaubt, die öffentliche Diskussion würde sich kaum darum drehen, ob man eine CD mit Steuersünderdaten kaufen solle, wenn es den Menschen in Haiti immer noch schlecht ginge. Müllermeier ist außerdem überzeugt, dass "Ein Herz für Kinder" sicher noch eine zweite große Spendengala schmeißen würde, wenn in dem kürzlich noch schwer gebeutelten Land nicht alles wieder in Ordnung wäre.
Haiti, das kurz nach dem schweren Erdbeben als ein von der Weltgemeinschaft vergessenes Land bezeichnet wurde, das keinesfalls wieder vergessen werden darf, ist damit die erste Nation, die von einem Erdbeben und einem zweiwöchigen Medienhype gerettet wurde.
ssi; Foto rechts (Logan Abassi): Höchstwahrscheinlich wieder aufgebaut: Haitianischer Präsidentenpalast kurz nach dem Erdbeben; Foto links: Können sich langsam wieder zurückziehen: Internationale Helfer.