Newsticker

Donnerstag, 19. August 2010

Firma für Penisvergrößerungen, Schlankheitspillen und Uhrenimitate meldet Insolvenz an

Bottrop (dpo) - Das Bottroper Traditionsunternehmen Meyer & Söhne hat gestern nach 15 Jahren des schleichenden Niederganges Insolvenz angemeldet. Die bereits 1951 gegründete Firma hatte sich schon früh auf den Vertrieb von Gerätschaften zur Penisvergrößerung, Schlankheitspillen und Uhrenimitate spezialisiert und beschäftigte zu Zeiten des Wirtschaftswunders bis zu 500 Mitarbeiter.

"Wir dachten, es geht immer weiter aufwärts", erklärte Vorstandsvorsitzender Hartmut Meyer Jr. gegenüber dem Postillon. "Mein Vater Hartmut Meyer Sr.–  Gott habe ihn selig – hat immer gesagt: 'Die Menschen wollen große Penisse, einen schlanken Körper und eine schicke Uhr, die nicht viel kostet'. Doch damit ist es jetzt anscheinend vorbei."
Werbesprüche von Meyer & Söhne
Bis 1995 dauerte der Erfolg an. Doch mit dem Beginn des Internetzeitalters und der Umstellung auf Computer ging es kontinuierlich bergab. "Es begann damit, dass unsere Vertriebspartner nicht mehr auf E-Mails reagiert haben", führte Meyer Jr. weiter aus. "Egal, ob wir im Betreff von 'Penis-Enlargement', 'Diet-Pills' oder 'Replica Watches' sprachen, wir erhielten keine Antworten mehr."
Auch die Umstellung von teueren klassischen Anzeigen in Magazinen auf E-Mail-Werbung konnte die Verluste nicht abfedern. "Im Gegenteil", so Meyer Jr. "Man könnte fast glauben, unsere Kunden ignorieren uns oder die E-Mails wandern direkt in den Papierkorb."
Das einzige, was Meyer & Söhne jetzt noch vor einer kompletten Abwicklung retten könnte, wäre ein Wunder - und tatsächlich, heute morgen soll sich ein nigerianischer Prinz gemeldet und der Geschäftsführung ein lukratives Geschäft vorgeschlagen haben.
ssi; Foto oben: Mutter Erde