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Montag, 29. November 2010

Nachgefragt: Was sagen deutsche Politiker zu den jüngsten WikiLeaks-Enthüllungen?

Washington, Berlin (dpo) - Die diplomatischen Depeschen, die am Sonntagabend von Wikileaks sowie in der New York Times, dem britischen Guardian, Le Monde, El Pais und dem Spiegel mit Spiegel Online veröffentlicht wurden, sorgen aktuell für großen Wirbel. Als einziges großes Lightmedium*, das die E-Mail von WikiLeaks versehentlich nicht geöffnet hat, muss der Postillon jetzt eben die Betroffenen fragen, was sie von den jüngsten Enthüllungen halten:


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zu der Behauptung, sie scheue das Risiko, sei "selten kreativ" und alles perle an ihr ab wie an Teflon:
"Dazu fällt mir nichts ein, aber es ist mir ohnehin egal, was die sagen. "

Außenminister Guido Westerwelle (FDP) zu der Aussage, seine Gedanken hätten "wenig Substanz", er sei "inkompetent, eitel, amerikakritisch" und "aggressiv":
"Was erlauben sich die Drecksamis eigentlich? Die sind wohl neidisch auf mein gutes Aussehen! Ich fordere, dass wir sofort Truppen in Richtung der deutsch-amerikanischen Grenze bewegen."
Foto: Dirk Vorderstraße, CC-3.0.

Horst Seehofer (CSU) über die Behauptung, er sei ein "unberechenbarer Politiker mit beschränktem Horizont" und "außenpolitisch weitgehend ahnungslos":
"Ich bin stinksauer! Was kann ich denn dafür, dass die Alpen ständig im Weg sind? Ich werde aus Rache sofort ein paar Türken ausweisen und dem amerikanischen Botschafter zum Dank einen Korb mit ausgesuchten bayrischen Wurstspezialitäten schicken."

Dirk Niebel (FDP) darüber, er sei eine "schräge Wahl" als Entwicklungshilfeminister:
"Keine Ahnung, was die für ein Problem haben. Etwa weil ich das Ministerium eigentlich abschaffen wollte oder glaube, dass die Privatwirtschaft am besten geeignet ist, der dritten Welt zu helfen? Dabei habe ich einen exzellenten Draht zu den Negern. Das sind ja zum Teil auch irgendwie Menschen."

Wolfgang Schäuble (CDU) zur Behauptung, er sei ein "zorniger alter Mann", "neurotisch" und ein "enger Verbündeter im Kampf gegen den Terror":
"Das ist eine bodenlose Unverschämtheit! Mit solchen Veröffentlichungen gefährdet WikiLeaks den Kampf gegen den Terror. Hätte ich noch einen Pressesprecher dann würde ich ihm befehlen, mit meinem Stock zu drohen."

Karl Theodor zu Guttenberg (CSU) darüber, er sei "Hoffnungsträger der USA, außenpolitischer Experte, Transatlantiker und Freund der USA.":
"Ich fühle mich außerordentlich geehrt, von meinen amerikanischen Freunden in eine Reihe mit Osama bin Laden und Saddam Hussein gestellt zu werden, die in der Vergangenheit ebenfalls als amerikanische Hoffnungsträger galten."
Foto: KTG, CC-2.0
ssi

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