Newsticker

Dienstag, 31. August 2010

Krankenkassen planen, Headset-Attrappen an geistig Verwirrte zu verteilen

Berlin (dpo) - Die Einsparungen im Gesundheitswesen führen zu immer weiteren Kostenreduzierungsmaßnahmen. Erst heute haben Vertreter der gesetzlichen Krankenkassen bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin angekündigt, eine neue und deutlich günstigere Behandlungsmethoden auf geistig verwirrte Menschen anzuwenden, die in der Öffentlichkeit Selbstgespräche führen.
"Jeder kennt das Gefühl, wenn man in der U-Bahn sitzt und kurz glaubt, der Nebenmann wäre ein vor sich hin sabbelnder Wahnsinniger", führte Alexander Wenzel, der gemeinsame Sprecher der Kassen, aus. "Kurz bevor man sich angewidert wegsetzt, stellt man aber erleichtert fest, dass der mutmaßliche Verrückte gar nicht verrückt ist, sondern nur ein Bluetooth-Headset trägt. Genau dieses Phänomen werden wir uns zunutze machen."
Statt viel zu teurer und langwieriger Therapien oder gar Unterbringungen in geschlossenen Anstalten sollen geistig verwirrte Menschen, die Selbstgespräche führen, deshalb künftig eine Headset-Attrappe erhalten.
"Somit wirken sie nicht mehr länger wie arme Irre, sondern auf einmal wie Menschen mit Freunden oder gar wie erfolgreiche Manager", so Wenzel weiter. "Selbst bei einem heftigen Tourette-Syndrom können sich Mitmenschen noch vorstellen, dass ein 'Arschloch, Wichser, Hurensohn'-brüllender Mensch lediglich seinem Partner am anderen Ende der Leitung einen harten Tag im Büro schildert." Gleichzeitig werde aus Höflichkeit niemand mehr wagen, Menschen, die Selbstgespräche mit einem falschen Headset führen, anzusprechen.
Sollten Patienten darüber hinaus auch noch Stimmen hören (z.B. "Sie lachen über dich. Bring sie alle um.") oder an einem Tinnitus leiden, könnten integrierte Lautsprecher in der Headset-Attrappe genutzt werden, um etwaige Störgeräusche mit lauter Musik zu übertönen.
ssi; Foto rechts (Giovanni Bigniani, cc-2.0): Verkündet die kluge Headset-Sparstrategie: Sprecher der Krankenkassen; Foto links (Kocio, cc-3.0): Löst die Probleme von geistig verwirrten Menschen ein für allemal: Headset-Attrappe.

Weitere Medizin-Nachrichten im Postillon-Archiv:
Chirurgen gelingt erstmals Transplantation eines ganzen Menschen
Kleinanzeige: Große Mengen des Impfstoffs "Pandemrix" günstig abzugeben
Der große Postillon-Organspendemarathon
Wissenschaftlern gelingt Kreuzung aus Mann und Frau
Unbekannter Menschenfreund spendet 200 Nieren
Medizinischer Meilenstein: Erste Hühneraugentransplantation geglückt

Newsticker (94)

++++ Verspekuliert: Affe meldet Primatinsolvenz an ++++
++++ Kriminalpolizei warnt: Aufsteller von Altgoldcontainern sind meist Betrüger ++++
++++ Erbrechen: Antikes Gartenutensil über 8 Generationen weitergegeben ++++
++++ Wegen Nadel: Vinyl-Fan hat Platten ++++
ssi, ano (#2)

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Montag, 30. August 2010

Verteidigungsminister zu Guttenberg erschießt Taliban, um Moral der Truppe zu heben

Foto: Geht mit gutem Beispiel voran und tötet einen Taliban: zu Guttenberg.

Kunduz (dpo) - Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hat bei seinem Afghanistan-Besuch vor versammelter Truppe feierlich einen Talibankämpfer erschossen.
Ein Bundeswehrsprecher bestätigte dies gegenüber dem Postillon: "Für die Soldaten sind derartige symbolische Gesten noch wichtiger als der erste Spatenstich eines Bürgermeisters zu Beginn eines großen Bauprojekts. Sie erwarten, dass ein Verteidigungsminister an der Front mitanpackt - auch wenn es nur darum geht, einen zuvor bei einer Patrouille aufgegriffenen Talibankämpfer zu erschießen."
Zu Guttenberg selbst findet es wichtig, nah am Alltag der Truppe zu sein: "Nur so wird deutlich, wie hart und unerbittlich der Dienst ist, den unsere Soldaten hier leisten", so der smarte Enddreißiger nach der schweißtreibenden Erschießung.
In einer Sache unterscheidet sich der Verteidigunsminister aber doch von den Soldaten: Schon morgen fliegt er wieder zurück nach Deutschland zu seiner Familie.
ssi

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Sonntag, 29. August 2010

Das Wort zum Sonntag (86)

Kommentar:
"Erde heute schon zum zweiten Mal explodiert", "Magerquark günstiger als Diesel", "Thilo Sarrazin in Istanbuler Bundesbankzweigstelle versetzt": Das sind Schlagzeilen, wie sie - abgesehen von Analphabeten - jeder gerne liest. Dabei kann Sarrazin, der - ähnlich wie Roland Koch - von außen genauso hässlich aussieht, wie er innen denkt, gar nichts für seine Meinung, denn seine Meinung kann man sich ja bekanntlich nicht aussuchen. Allerdings hatten "Bild" (Hahne, Wagner) und "Spiegel" (Seele gegen Geld) durchaus die Wahl, auf einen unkommentierten Abdruck des größten Schwachsinns, der jemals außerhalb der Haftanstalt Landsberg produziert wurde, zu verzichten. Aber offensichtlich ist man erst Rassist, wenn es gegen Juden geht.
ssi; Cartoon: bob schroeder

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Samstag, 28. August 2010

Links! Zwo! Drei! Vier! (47)

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu: Der Chefredakteur persönlich stellt nicht zwei, nicht drei - nein, vier interes- oder amüsante Fundstücke aus dem weltweiten Internetz vor.

1. Thilo Sarrazin hat nicht nur jede Menge rechte Jubelperser hinter dem Ofen hervorgelockt, sondern auch einiges an Satire ausgelöst. Grillratte etwa stellt den neuen Spielehit Sarrazin's Creed vor, beim BrummKreisel werden historische Parallelen gezogen, Lupe stellt fest, dass rechte Artikel auch rechte Werbung anziehen, Paramantus kommt ins Reimen und Wolfgang Michal hat auf Carta gleich Sarrazins nächstes Buch vorgestellt (Prädikat: besonders wertvoll).
2. Bei der Seite NewsBiscuit handelt es sich sozusagen um den britischen Postillon. Obwohl sie deutlich unbekannter ist als etwa The Onion, haben viele Artikel doch das gleiche Niveau. Beispiele: Hier, hier, hier oder hier!
3. F!xmbr hat sich mit dem "Energiepolitischen Appell" auseinandergesetzt: Für unsere Zukunft: Kinderkrebskraftwerke
4. Genau einen Tag nachdem auf Pro7 der letzte Teil der Star-Wars-Sexologie gelaufen ist präsentiert der Postillon das Finale von Episode V in klassischer Stummfilm-Manier (für die Jüngeren: so sah die klassische Trilogie vor der Special Edition aus):

ssi

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Freitag, 27. August 2010

WikiLeaks veröffentlicht Tagebuch von 14-jährigem Mädchen

Saarbrücken (dpo) - Die Whistleblower-Plattform WikiLeaks hat einen neuen Coup gelandet. Diesmal haben die Spezialisten für Geheimnisenthüllung 84 Seiten aus dem Tagebuch der 14-jährigen Larissa aus Saarbrücken unter dem Namen "German Girl Diaries" veröffentlicht. Erste Auszüge waren bereits Anfang der Woche zeitgleich im "Spiegel", der "New York Times" und "The Guardian" veröffentlicht.
"Das Tagebuch war Top Secret. Wieviel Angst Larissa davor hatte, dass ihr Tagebuch in die falschen Hände falle, konnte man daran erkennen, dass sämtliche Informationen mit einem kleinen Vorhängeschloss verschlüsselt waren." Sichtlich stolz wertete WikiLeaks-Mitbegründer Julian Assange die Aktion als vollen Erfolg: "Die ganze Welt hat ein Recht darauf zu erfahren, wie sehr sich Larissa ein Pony wünscht und dass sie unsterblich in Simon B. aus ihrer Parallelklasse verliebt ist", so der Politaktivist. "Durch die Dokumente erhält die Öffentlichkeit endlich ein klares Bild darüber, was unter der Oberfläche dieser jungen Dame vorgeht."
Zweifel an der Echtheit des Tagebuches konnten frühzeitig ausgeräumt werden: "Unsere Spezialisten haben das Material untersucht. Es scheint authentisch zu sein", erklärte "Spiegel"-Chefredakteur Georg Mascolo, dem die Dokumente bereits im Vorfeld zugespielt worden waren. "Diese Aktion ist ein weiteres Beispiel dafür, dass klassische Medien und Plattformen wie WikiLeaks erfolgreich zusammenarbeiten können."
Larissa selbst, die - wie aus den Dokumenten hervorgeht - kürzlich ihre erste Periode hatte, wollte zu der Veröffentlichung keine Stellung beziehen. Allerdings sickerte aus ihrem Umfeld durch, dass sie fieberhaft nach der undichten Stelle sucht. Hauptverdächtiger Nummer 1 sei demnach ihr kleiner Bruder Timmy (9), der "etwas erleben" könne, wenn sie "die Ratte in die Finger kriege".
ssi; Foto rechts: Zeigen unter anderem auf, dass Larissa mit ihrem Körper unzufrieden ist und sich zu dick findet: "German Girl Diaries".

WikiLeaks im Postillon-Archiv:
Rezension: "Afghan War Diaries" von WikiLeak

Donnerstag, 26. August 2010

Chirurgen gelingt erstmals Transplantation eines ganzen Menschen

Berlin (dpo) - Es ist eine medizinische Sensation, die ihresgleichen sucht: Chirurgen der renommierten Berliner Charité ist es erstmals gelungen, einen kompletten Menschen zu transplantieren.

Unglaublich komplex: Ganzkörpertransplantation
"Theobald Sens (93) hätte ein neues Herz, neue Nieren, zwei Lungenflügel und künstliche Bandscheiben gebraucht. Außerdem litt er an schwerem Alzheimer", erklärte Dr. Max Waldner, der die Operation leitete. "Da haben wir uns überlegt, dass es das beste wäre, gleich einen ganzen Menschen zu transplantieren. Zum Glück stand uns mit dem 31-jährigen Frank Stützer ein geeigneter und gesunder Ganzkörperspender zur Verfügung."
Sens vor, Stützer nach der OP
In einer mehrstündigen Operation gelang es den Ärzten dann, den vollständigen Körper des todkranken Theobald Sens mit chirurgischer Präzision vom Operationstisch zu entfernen und dann durch den Spenderkörper zu ersetzen. "Die kritischste Phase war für uns, als wir den leeren OP-Tisch vor uns hatten", schilderte Dr. Waldner dem Postillon. "Uns beschlichen Zweifel, ob wir wirklich einen ganzen Menschen in dieses Nichts einsetzen können." Auch habe man nicht sicher sein können, ob der neue Körper sich nicht wieder abstoße.
Sens nach, Stützer vor der OP
Doch es gelang. Bereits eine Stunde nach der Prozedur kam Sens zu sich. "Ich fühle mich bestens", so der 93-jährige. "Allerdings kann ich mich nicht an mein früheres Leben erinnern, da ich mit meinem neuen Körper auch alle Erinnerungen des Ganzkörperspenders übernommen habe. Sie dürfen mich übrigens auch gerne Frank nennen."
Nach seiner Entlassung aus dem Krankenhaus plant Sens schnellstmöglich wieder in sein altes Leben zurückzukehren, das, wie ihm die Ärzte mitteilten, darin besteht, gemeinsam mit seiner 89-jährigen Gattin Agnes das Rentnerdasein zu genießen.
ssi; Foto links: Jim Ross, CC BY-SA 3.0

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Newsticker (93)

++++ Nicht mehr lange: Erfolgreicher Igel führt Leben auf der Überholspur ++++
++++ Festnahme: Proktologe wollte Schmuggelware einführen ++++
++++ Ärgerlich: Somalisches Kind in Minensuchhundkacke getreten ++++
++++ Ganz schön rüstig: Alter Primat isst Banane mit einem Affenzahn ++++
ssi

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Mittwoch, 25. August 2010

Thilo Sarrazins drastische Thesen - jetzt auch im Postillon

Frankfurt a.M. (dpo) - Schonungslos und mutig bricht der streitbare SPD-Klartext-Politiker Thilo Sarrazin (SPD) mit seinen provokanten Thesen in verständlichem Klartext Tabus, Rede- und Denkverbote. Sarrazin, der aus dem Stand auf über 88% der Stimmen käme, wenn er gemeinsam mit dem verstorbenen Jörg Haider eine neue Partei gründen würde, legt seine salzigen, alten Finger mitten in die Wunde und geht genau dahin, wo es am meisten wehtut. Am 30. August erscheint sein mutiges Klartext-Buch "Deutschland schafft sich ab", in dem er mit klaren Worten erbarmungslos wachrüttelt und sagt, was lange (65 Jahre!) überfällig war.
Der Postillon präsentiert die Kernthesen der knallharten Klartext-Analyse des SPD-Politikers, um seinen Lesern einen kleinen Vorgeschmack zu geben und den Verkauf ein wenig anzukurbeln (Anm. d. Red.: Es ist aus Verständnisgründen hilfreich, wenn auch schmerzhaft, Sarrazins Originalaussagen zu lesen):

Teil 1 - "Sarrazin wird immer reicher und dümmer!":

Kernthesen im Klartext:
• In den Jahrzehnten nach dem 2. Weltkrieg wuchs in Deutschland der Stolz auf den Fleiß und die Tüchtigkeit seiner - durch einen glücklichen Zufall (Holocaust, Mord an Zigeunern) - nahezu reindeutschen Bürger. Doch diese Jahrzehnte haben die Sehschärfe der Deutschen getrübt für die Gefährdung und Fäulnisprozesse im Innern der Gesellschaft. Nur Sarrazin kann sie dank seiner modischen Brille erkennen.
• Deutsche Frauen haben eine Nettoproduktionsrate von 0,7, was bedeutet, dass die Generation der Enkel (80 Zentimeter bis 1 Meter!) jeweils halb so groß ist wie die der Großväter (1 Meter 60 bis 2 Meter). Gleichzeitig steigt die Bruttoproduktionsrate böser Stieftanten und alkoholkranker Schwippschwäger um den Faktor x-1 an.
• Geht das so weiter - und warum sollte sich an diesem Trend etwas ändern - dann werden in 90 Jahren alle tot sein. Möchten Sie Ihren eigenen Tod miterleben?

Teil 2 - "Wenn ich den Sarrazin hören will, dann besuche ich die Bundesbank"

Kernthesen im Klartext:
• Wir müssen ähnlich den Römern oder dem chinesischen Kaiserreich eine Mauer um Deutschland bauen, um Barbaren abzuhalten. Vorteil: In 2000 Jahren lassen sich mit solchen Sehenswürdigkeiten viel Geld verdienen.
• Der durchschnittliche Muselmann ist arbeitslos, vom Staat abhängig, ungebildet, fruchtbar, sektiererisch, religiös, fundamentalistisch und kriminell. Der durchschnittliche Sarrazin ist 65 Jahre alt, arbeitet bei der Bundesbank, ist somit ebenfalls vom Staat abhängig, trägt Schnurrbart und Brille, riecht komisch, verallgemeinert, als gäbe es kein morgen, und paktiert mit "Bild" und "Spiegel" um sein Buch zu verkaufen.
• Sarrazin will, dass seine Urenkel auch in 100 Jahren noch in Deutschland leben können, ohne dass dort über weite Strecken türkisch oder arabisch gesprochen wird, die Frauen ein Kopftuch tragen und der Tagesrhythmus vom Ruf der Muezzine bestimmt wird. Sollten seine Urenkel eines Tages aus freien Stücken in der Türkei oder in Arabien leben, kann Sarrazin ja immer noch in seinem deutschen Grab rotieren.
• Sarrazin möchte nicht zum Fremden im eigenen Land werden. Dabei weiß er gar nicht, wie sich das anfühlt: Vielleicht sollte er sich darüber einmal mit Fremden im eigenen Land unterhalten - Deutschtürken etwa.

Teil 3 - "Jeder Schüler sollte Schnurrbart und Brille tragen!"

Kernthesen im Klartext:
• Deutschland muss sich endlich wieder uniformieren.
• Als Sarrazin 1955 auf das Gymnasium wechselte, war er ein kleines Genie ("ich konnte fließend lesen, konnte schriftlich dividieren und multiplizieren und war kein bisschen eingebildet")
• Überraschung: Hauptschulversager aus armen Familien (z.B. der kleine Timmy) sind heute in der Schule oft schwächer als der kleine Thilo aus reichem Haus im Jahre 1955.
• Oft fragt sich Sarrazin, wo er jetzt wäre, wenn er seine prägenden Kindheitsjahre mit "World of Warcraft" verbracht hättte. Egal wo (vielleicht auf Azeroth), schlimmer als da, wo er jetzt ist, hätte es nicht sein können.

ssi; Foto (Nina, cc-3.0): Spricht schonungslos die Wahrheit aus: Thilo "Klartext" Sarrazin.

Sarrazin im Postillon-Archiv:
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Siehe auch NachDenkSeiten:
Sarrazin: "Deutschland wird ärmer und dümmer!"

Dienstag, 24. August 2010

Teenager jahrelang von sich selbst sexuell belästigt

Bremen (dpo) - Viel zu lange litt der heute 18 Jahre alte Gymnasiast still unter seinem Geheimnis, doch jetzt hat er sein Schweigen gebrochen. Max W.* wurde jahrelang von einer Person sexuell belästigt und missbraucht, der er bis dahin immer vertraute. Die Rede ist von ihm selbst.

Wurde von sich missbraucht: Max W.
"Zum ersten mal habe ich mich an mir selbst vergangen, als ich 13 Jahre alt war", erinnert sich Max. "Ich war allein zu Hause und dachte gerade an eine Klassenkameradin, da merkte ich, dass ich von mir angegrabscht wurde. Ich war viel zu schockiert und enttäuscht von mir, um mich zu wehren und ließ es deshalb einfach über mich ergehen."
Später häuften sich die Übergriffe von Max auf Max. Wann immer er zufällig alleine mit sich war, fiel er über sich her. "Ich habe mich so sehr geschämt, dass ich mich nicht getraut habe mit anderen darüber zu reden", so der 18-jährige. "Außerdem fand ich Gefallen an den perversen Spielen von mir Schwein. Ich verging mich an mir in meinem Bett, beim Surfen im Internet, unter der Dusche - manchmal mehrmals am Tag."
Schlimmer Finger: Max W.s Peiniger
Erst als Max im Alter von 16 seine erste Freundin hatte, ließ die Zahl der Übergriffe langsam nach. Anscheinend verlor sein Peiniger das Interesse.
"Ich werde mich allerdings nicht anzeigen", erklärt Max abschließend nachdenklich. "Dafür empfinde ich einfach noch zu viel für mich. Außerdem könnte meine Familie mit dieser Schmach nicht leben."
Max ist kein Einzelfall. Sexuelle Belästigung durch sich selbst ist laut Sexualwissenschaftlern weiter verbreitet, als man denkt. Angeblich werden 60 bis 80 Prozent aller Frauen und über 94 Prozent aller Männer von sich selbst missbraucht. Sogar wenn es ihnen gelingt, sich zeitweise von sich loszureißen, geraten viele immer wieder in die schmutzigen Finger ihres Peinigers oder ihrer Peinigerin.
ssi; Foto rechts Kenneth Freeman, CC BY-SA 3.0

*Name von der Red. geändert

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Newsticker (92)

++++ Verpuppung: Planierraupe verwandelt sich in wunderschönen Planierschmetterling ++++
++++ Paradox: Fotograf fotografiert Rückseite seiner einzigen Kamera ++++
++++ Pervers: Mann mit Sprachfehler ist logopädophil ++++
++++ Heute schon zum fünften Mal: Arzt diagnostiziert, dass er seinen Beruf nie wieder ausüben kann, weil er mit Alzheimer im Heim sitzt ++++
ssi

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Montag, 23. August 2010

"Energiepolitischer Appell" für Atomkraft und Kohleenergie: Das sagen die Unterzeichner

Berlin (dpo) - Am Samstag haben 40 Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Sport eine Anzeige in mehreren großen deutschen Tageszeitungen geschaltet, in der sie einen Verzicht der Brennelementesteuer, eine Verlängerung der Laufzeiten von Atomkraftwerken und einen Ausbau der Kohleenergie forderten. Davon, dass die übrigen 81.757.560 deutschen Vertreter aus Wirtschaft, Kultur und Sport den "Energiepolitischen Appell" nicht unterschrieben haben, lassen sie sich zu Recht nicht beirren.
Der Postillon, in dessen Redaktion ausschließlich unfair gehandelter Strom aus nuklearer Dynamitfischerei eingespeist wird, hat einige der wichtigsten Vertreter der 40 zu ihrer Motivation für diesen Schritt befragt:

Jürgen Großmann (RWE), Hans-Peter Villis (EnBW), Tuomo Hatakka (Vattenfall), Johannes Teyssen (E.ON): "Natürlich haben wir den Appell nicht aus Eigennutz unterzeichnet, sondern weil uns am Allgemeinwohl gelegen ist. Wir sehen Atomenergie als eine wichtige Brückentechnologie an - allerdings nur, wenn es sich um eine unendlich lange Brücke handelt und wir als einzige die Maut abkassieren dürfen."
Karte: Die vier Besatzungsmächte.

Josef Ackermann (Deutsche Bank): "Mit Kohle kenne ich mich ja bekanntlich aus. Außerdem missfällt es mir, wenn sich die Regierung immer wieder von einer Mehrheit im Volk unter Druck setzen lässt. Wo kommen wir denn hin, wenn Politiker sich vom Volk diktieren lassen, was sie tun und lassen sollen? Deshalb muss unser Appell berücksichtigt werden. Immerhin sind wir es, die in einer Demokratie bestimmen sollten, wo es langgeht."
Foto: WEF.

Oliver Bierhoff (DFB, Garnier Fructis Style): "Nach 26 Semestern Wirtschaftswissenschaften weiß ich, dass moderner Fußball ohne Atom- und Kohleenergie, aber auch ohne Nutella absolut undenkbar ist. Wir bei der Nationalmannschaft sind deswegen schon vor Jahren umgestiegen, denn nur so kann man 90 Minuten voll Power geben. Dass mein Vater Rolf früher Vorstandsmitglied bei RWE war, hat damit überhaupt nichts zu tun."
Foto: Tomukas, cc-3.0.

Wolfgang Clement (RWE, INSM): "Atom- und Kohleenergie sind mein Leben. Ich selbst beispielsweise bestehe größtenteils aus Atomen, während in meiner Brust anstelle eines Herzens ein glühender Klumpen Kohle schlägt. Außerdem macht es mir einfach Spaß, meiner alten Partei, die den Atomausstieg damals mitbeschlossen hat, wo es geht zu schaden."

Friedrich Merz (BASF, INSM): "Ich habe überhaupt keine Ahnung, worum es hier eigentlich geht. Ich habe nur deshalb unterschrieben, weil ich alles unterschreibe, was mir der Ackermann, der Clement und die Leute vom BDI vor die Nase legen. Soll ich Ihnen ein Exemplar meines Buches signieren?"
Foto: Harald Dettenborn, cc-3.0.

Der Teufel (KKK, RWE, Vattenfall, E.on, EnBW, INSM, Deutsche Bank): "Als Fürst der Finsternis unterstütze ich die unterschiedlichsten Projekte. Dieses liegt mir jedoch besonders am Herzen, weil Kohle so schön heiß ist und Uran so wundervoll strahlt. Außerdem mag ich, was Kohle mit der Umwelt anstellt ... und der Gedanke an einen SuperGAU macht mich geradezu scharf. Ich habe übrigens mit einem Pseudonym unterschrieben. Raten Sie mal mit welchem."

Rüdiger Grube (DB): "Die Deutsche Bahn will selbst gerne wieder an alte Glanzzeiten anknüpfen und auf kohlebetriebene Lokomotiven umsteigen. Daran, dass unsere Klimaanlagen ausgefallen sind, waren übrigens die regenerativen Energien schuld. Atomenergie wiederum halte ich für zuverlässig und sicher. Wir bei der Bahn wissen da, wovon wir sprechen."
Foto: Bigbug21, cc-3.0.

Die Frau an sich (Emma, FHM): "Ich habe den Appell als einzige nicht unterschrieben - allerdings nicht, weil Frauen prinzipiell etwas gegen Atomstrom hätten, sondern weil es in deutschen Führungspositionen einfach keine Frauen gibt, die sich dafür aussprechen könnten."

Übrigens: Für den Fall, dass die Bundesregierung nicht auf ihren Appell hört, haben die Unterzeichner angekündigt, eine 40 Meter lange Pro-Atom-Menschenkette durch ganz Deutschland oder wenigstens um ein Windrad herum zu bilden.
ssi; Foto (Heinz-Josef Lücking, cc-3.0): Im Iran der nackte Horror, in Deutschland die Zukunft: Atomenergie.

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Sonntag, 22. August 2010

Das Wort zum Sonntag (85)

Kommentar:
Darauf haben wir lange gewartet: Knappe Entscheidungen, grobe Fouls, herrliche Eigentore, dumme Interviews und unerträgliche Bayern - ja, das politische Berlin ist wieder zum Leben erwacht, um endlich die drängendsten Themen anzugreifen. Der Atomausstieg mit 67, die frühzeitige Abschaltung von alten Menschen und nicht zuletzt die lange überfällige Verpixelung hässlicher Menschen und geschmackloser Häuser gehören dazu. Übrigens: Laut Lexikon ist ein Lexikon ein Buch, in dem man - alphabetisch geordnet - Sachinformationen nachschlagen kann. Aber kann man dem trauen?
ssi; Cartoon: bob schroeder

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Samstag, 21. August 2010

Links! Zwo! Drei! Vier! (46)

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu: Der Chefredakteur persönlich stellt nicht zwei, nicht drei - nein, vier interes- oder amüsante Fundstücke aus dem weltweiten Internetz vor.

1. Google Street View erregt ja derzeit die Gemüter - besonders die eher schlichten (siehe BILDblog). Der BrummKreisel, fischfresse.de, Titanic und Politplatschquatsch haben den ganzen Quatsch deshalb zu Recht aufs Korn genommen. Schön auch dieser Kommentar von Udo Vetter zum Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt, der sich einmal mehr intellektuell disqualifiziert hat (also Rainer Wendt, nicht Udo Vetter): Verbrecherjagd mit Street View
2. Das skandinavische Duo Mikael Wulff und Anders Morgenthaler veröffentlicht in bisweilen holprigem Englisch auf Wulffmorgenthaler einen täglichen Comicstrip. Sehr schöne Beispiele gibt es hier: Zielfisch, Schnick-Schnack-Schnuck, Obama, Vader, Hula Hoop, Mönche, Archäologen (Mit Dank an M).
3. Auf "There, I Fixed It." gibt es sogenannte "Redneck Repairs", die man am besten mit dem Begriff "Pragmatismus" umschreibt. Ein paar schöne Beispiele: Löffelgriff, LKW-Stapel, Scheibenwischer, Hochtür.
4. Völlig zusammenhanglos, in schlechter Qualität und schon zwei Jahre alt: Rainald Grebe als Kai D. in "Die 68er sind an allem schuld"

ssi

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Freitag, 20. August 2010

Postillon gibt Entwarnung: Mond doch nicht geschrumpft

(dpo) - Zahlreiche Medien (Stern.de, süddeutsche.de, Spiegel Online, Welt Online, bielertagblat.ch, Focus Online, Orf.at, krone.at, TLZ.de, Südwest Presse, RP Online) haben heute - nicht etwa um das Sommerloch zu füllen, sondern weil es einfach wichtig ist - darüber berichtet, dass der Mond geschrumpft ist. Dies lasse sich aus Fotos der US-Weltraumbehörde Nasa schließen.
Der Postillon, die Zeitung, die selbst hinter dem Mond gelesen wird, hat diese Behauptung ganz genau recherchiert und gibt Entwarnung: "Mondsüchtige können aufatmen: Es handelt sich hierbei um eine durch die Sonneneinstrahlung und den Stand zur Erde verursachte optische Täuschung", erklärte Postillon-Hausastronom Alexander Wurzer. "Dadurch schrumpft der Mond - allerdings nur scheinbar - jeden Monat solange, bis nichts mehr von ihm übrig ist. Ein paar Tage später taucht er aber wieder auf und wächst solange, bis er wieder groß und rund ist."
ssi; Foto (Torsten Edelmann, cc-2.5): Schrumpft aktuell übrigens gar nicht und ist in vier Tagen wieder voll da: der Mond.

Gegendarstellung bei Paramantus:
Und der Mond schrumpft doch!

Weitere kosmische Nachrichten im Postillon-Archiv:
Bundesregierung will Deutschlands Freiheit künftig auch auf dem Mond verteidigen
Der große Postillon-Mondreport
Weltweite Panik: Brennender Weltraumfuchs attackiert Erde
Internationale Raumstation ISS von Marder terrorisiert

Obama zieht Truppen aus Irak zurück, um nächstem Republikaner neuen Irakkrieg zu ermöglichen

ssi; Foto: Machen Platz für den nächsten Irakkrieg unter einem republikanischen Präsidenten: im Irak stationierte US-Truppen.

Alle Nachrichten in Bildern auf einen Blick nach dem Klick:
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Die US-Army im Postillon-Archiv:
Bunte US-Truppe: Homosexuelle dürfen bald an die Waffen

Donnerstag, 19. August 2010

Firma für Penisvergrößerungen, Schlankheitspillen und Uhrenimitate meldet Insolvenz an

Bottrop (dpo) - Das Bottroper Traditionsunternehmen Meyer & Söhne hat gestern nach 15 Jahren des schleichenden Niederganges Insolvenz angemeldet.
Muss schließen: Meyer & Söhne
Die bereits 1951 gegründete Firma hatte sich schon früh auf den Vertrieb von Gerätschaften zur Penisvergrößerung, Schlankheitspillen und Uhrenimitate spezialisiert und beschäftigte zu Zeiten des Wirtschaftswunders bis zu 500 Mitarbeiter.
"Wir dachten, es geht immer weiter aufwärts", erklärte Vorstandsvorsitzender Hartmut Meyer Jr. gegenüber dem Postillon. "Mein Vater Hartmut Meyer Sr.–  Gott habe ihn selig – hat immer gesagt: 'Die Menschen wollen große Penisse, einen schlanken Körper und eine schicke Uhr, die nicht viel kostet'. Doch damit ist es jetzt anscheinend vorbei."
Werbesprüche von Meyer & Söhne (anklicken)
Bis 1995 dauerte der Erfolg an. Doch mit dem Beginn des Internetzeitalters und der Umstellung auf Computer ging es kontinuierlich bergab. "Es begann damit, dass unsere Vertriebspartner nicht mehr auf E-Mails reagiert haben", führte Meyer Jr. weiter aus. "Egal, ob wir im Betreff von 'Penis-Enlargement', 'Diet-Pills' oder 'Replica Watches' sprachen, wir erhielten keine Antworten mehr."
Auch die Umstellung von teueren klassischen Anzeigen in Magazinen auf E-Mail-Werbung konnte die Verluste nicht abfedern. "Im Gegenteil", so Meyer Jr. "Man könnte fast glauben, unsere Kunden ignorieren uns oder die E-Mails wandern direkt in den Papierkorb."
Das einzige, was Meyer & Söhne jetzt noch vor einer kompletten Abwicklung retten könnte, wäre ein Wunder - und tatsächlich, heute morgen soll sich ein nigerianischer Prinz gemeldet und der Geschäftsführung ein lukratives Geschäft vorgeschlagen haben.
ssi; Foto oben: Mutter Erde

Weitere Wirtschaftsnachrichten im Postillon-Archiv:
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Mittwoch, 18. August 2010

Newsticker (91)

++++ Rücktritt: Fahrradfahrer zieht Konsequenz aus defekter Handbremse ++++
++++ Pianisten begeistert: Steinway verleiht jetzt auch Flügel ++++
++++ Stichproben bestätigt: Messer schneiden im Test besser ab als Löffel ++++
++++ Geschmuggelter Tequila sichergestellt: Ermittler quetschen Zitrone aus ++++
ssi, ano (#2), per (#3)

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Ex-Frau von Bundeswehroffizier offensichtlich Nächste auf ISAF-Todesliste

ssi; Foto: Wird demnächst von einer US-Spezialeinheit gezielt getötet werden: Helga Koslowski aus Bochum.

Mehr zu Afghanistan im Postillon-Archiv:
Rezension: "Afghan War Diaries" von WikiLeaks
ISAF gelingt weiterer Schlag gegen den Zivilismus
Von FDP und Guttenberg geforderte Verwundetenabzeichen existieren bereits
Bundesregierung will Deutschlands Freiheit künftig auch auf dem Mond verteidigen
Regierung plant schrittweisen Bundeswehrabzug aus Deutschland
Medizinische Studie beweist: Taliban offensichtlich Menschen
Nach afghanischem Luftschlag: Über 100 Tote in den USA

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Dienstag, 17. August 2010

Archäologen auf mysteriöse kleine gelbe Burg gestoßen

Kiel (dpo) - Einer Gruppe von Archäologen ist in der Nähe von Kiel ein spektakulärer Fund geglückt. Auf einem Volksfest entdeckten sie eine vollständig erhaltene Burg unbekannter Herkunft.
Schaulustige und Kinder mussten erst noch vertrieben werden
"Die Burg lag vollkommen frei und stand mitten auf einer Wiese", erklärte der Ausgrabungsleiter Professor Binginger gegenüber dem Postillon. "Es ist ein Wunder, dass sie - abgesehen von ein paar Kindern, die im Burghof herumsprangen - noch niemandem aufgefallen ist."
Noch ist unklar, wann und von welcher Zivilisation das für eine Burg erstaunlich kleine Gebäude errichtet worden war.
"Die Form der Zinnen weist auf das frühe Mittelalter hin, während die weiche Konsistenz und die knallgelbe Farbe des Baumaterials eher an Sandstein erinnern, der im Norden nur selten eingesetzt wurde", spekuliert Binginger. "Beim Besitzer könnte es sich etwa um einen blutrünstigen Wikinger namens Kiddie Kastle gehandelt haben."
Mittlerweile ist die Burg großflächig abgesperrt. Sämtliche Kinder wurden unter Protest vertrieben und noch heute sollen erste Gesteinsproben mit Hammer und Meißel entnommen werden.
 ssi; Foto: Fir0002, Flagstaffotos.com.au, Gnu 1.2

Weitere archäologische und historische Entdeckungen im Postillon-Archiv:
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Montag, 16. August 2010

Google Street View plant, im Vorbeifahren willkürlich auf Passanten zu schießen

Mountainview/Kalifornien (dpo) - Der US-Konzern Google hat heute angekündigt, man wolle neben den umstrittenen Google-Street-View-Fahrzeugen mit Kameraaufsatz in Deutschland auch sogenannte "Sniper Cars" einsetzen. Sie sollen demnächst durch deutsche Städte fahren. Der Clou: Ein in 2,90 Meter Höhe angebrachter Scharfschütze schießt im Vorbeifahren willkürlich auf Passanten.
Ziel der Aktion sei es, so ein Unternehmenssprecher, die Empörung deutscher Politiker, Bürger und Medien über die Kartographierung und Aufnahme ihrer Häuser zu rechtfertigen.
ssi; Foto (Axel Mauruszat, cc-2.0): Schießt willkürlich auf Passanten, die nicht bis zum 15. September Einspruch erhoben haben: Google Street Sniper.

Mehr zu Google im Postillon-Archiv:
Zensur! Chinesisches Google zeigt größtenteils unleserliches Gekritzel an
Die besten Google-Suchbegriffe im 2. Quartal 2010
Die besten Google-Suchbegriffe im 1. Quartal 2010
Die besten Google-Suchbegriffe der ersten 10 Monate
Die besten Google-Suchbegriffe bis Ende 2009

Newsticker (90)

++++ Rekonvaleszent: Kranker Biber wieder auf dem Damm ++++
++++ Immer mehr Gewalt an Schulen: Sorge um Rektorsicherheit ++++
++++ Geheimnis gelüftet: Vermisstes Dreieck unter Bermuda-Shorts gefunden ++++
++++ Leidet nicht mehr an Krebs: Gläubiger in Heilquelle ertrunken ++++
ssi

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Sonntag, 15. August 2010

Das Wort zum Sonntag (84)

Kommentar:
Aus allen Himmelsrichtungen tönt es: Es ist viel zu kalt hier (Norden)! Ich muss von Waldbränden immer husten (Nordosten)! Ich habe Durst (Süden)! Wohin nur mit dem ganzen Wasser (ganz naher und mittlerer Osten)? Ich kann keine ärmellosen, taillenlangen Jacken mehr sehen (Westen)! Jaja, der Mensch hat immer Grund zu jammern und wenn es einmal nichts zu jammern gibt, dann beklagt er sich über Langeweile. Da kann man von Glück reden, dass jetzt endlich das neue Superbakterium NDM-1 (nicht zu verwechseln mit dem deutlich düstereren Batbakterium) auf dem freien Markt erhältlich ist und die in unser aller Herzen klaffende, von der Schweinegrippe zurückgelassene Lücke füllt.
ssi; Cartoon: bob schroeder

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Samstag, 14. August 2010

Links! Zwo! Drei! Vier! (45)

Täterätäääää! Dschingderassa Bumm Bumm Bumm! Jeden Samstag neu: Der Chefredakteur persönlich stellt nicht zwei, nicht drei - nein, vier interes- oder amüsante Fundstücke aus dem weltweiten Internetz vor.

1. Auf Spam gibt es eine von Bernd Zeller künstlerisch wertvoll illustrierte Bildstrecke zum missglückten Böller-Attentat auf Mahmud Ahmadinedschad: Böller sind keine Lösung: Noch mehr Attentate auf Iran-Chef!
2. Das ZDF morgenmagazin berichtete am Freitag über den Postillon - und zwar ganze 30 Sekunden lang. Zu sehen gibt's das hier zwischen 0:35 und 1:05: Die Moma-Surfer greifen nach den Sternen; apropos Berichterstattung im eigenen Interesse: Flattr ist seit ein paar Tagen endlich für alle frei - also, nix wie anmelden und den Postillon unfassbar reich flattrn!
3. Die Klage der bei Rechten beliebten Modemarke 'Thor Steinar' gegen die Parodie 'Storch Heinar' wurde vom Nürnberger Landgericht (Nürnberger Prozess) vorerst abgewiesen: Sieg im Modeverbrecherprozess: Heinar ruft Achse Rostock-Leipzig aus (Neutralere Perspektive: Hier!)
4. Manche kennen es vielleicht schon, aber "Double Rainbow" ist einfach zu verstörend, um nicht auch einmal an dieser Stelle vorgestellt zu werden. Auch dieses Video gilt mittlerweile als Mem und hat unter anderem mehrere Songs (können hier bewundert werden) nach sich gezogen.

ssi

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Freitag, 13. August 2010

Pizzarr: Riga-Toni geht in die Farfalle

Napoli (dpo) - Pizzarr! Der italienischen Polenta ging heute Linguini Caprese alias Riga-Toni in die Farfalle.
Der sonst als parmesharmloser Bruschettenraucher und Spaghettieb bekannte Kleinganove versuchte gerade auf arrabbiate Weise, seine Freundin Marinara, ein Gorgonzola-Girl, eiscalzone zu strafunghulieren, weil ihm ihr überheblicher Tonno nicht gefiel.
"Sie saß ganz schön in der Carpaccio. Als wir zugriffen, konnte sie kaum gnocchi atmen und war völlig in Pannacotta geraten", erklärte Hauptcalamarissar Andi Pasti gegenüber dem Postillon. "Zum Glück hatte er keine Cannelloni."
Informaggionen des Justizminestrones und der Lasagnklage zufolge soll Riga-Toni nun von einem schmackhaften Nudelgericht wegen versuchten Mortadellas verurteilt werden.
ssi; Foto: Kommt auf Tagliatelle nicht mehr auf freien Fusilli: Riga-Toni.

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Donnerstag, 12. August 2010

Arbeitsministerin von der Leyen führt "Rente zwölf Jahre vor dem Tod" ein

Berlin (dpo) - Rente mit 65, Rente mit 67, Rente mit 70... Um die ewigen Streitereien um den Ruhestand ein für allemal zu beenden, hat Ursula von der Leyen heute einen neuen Vorstoß gewagt und die sogenannte "Rente zwölf Jahre vor dem Tod" vorgestellt.
Der Ansatz sieht vor, dass Arbeitnehmer unabhängig vom eigenen Alter künftig genau zwölf Jahre vor ihrem Ableben Anspruch auf die volle Rente haben. Denn nur auf diesem Wege könnten die unterschiedlichen Biographien von Arbeitnehmern berücksichtigt werden.

Newsticker (89)

++++ Gefälschte Stammbäume: Korrupte Genealogen betreiben Urahnanreicherung ++++
++++ So soll es sein: Hut steht Kopf ++++
++++ Razzia: Strichmännchen im Haus des Nikolaus festgenommen ++++
++++ Gummipuppe unehrlich: Organismus nur vorgetäuscht ++++
ssi, ano (#3)

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Mittwoch, 11. August 2010

Ratgeber: Alles über den Fastenmonat Ramadan

(dpo) - In weiten Teilen der islamischen Welt beginnt am 1. August der Fastenmonat Ramadan. Doch was bedeutet Ramadan eigentlich?
Der Postillon, die Zeitung des islamischen Morgenlandes, des christlichen Abendlandes und des atheistischen Mittaglandes, erklärt all seinen nicht-muslimischen Lesern exklusiv, was hinter diesem hochinteressanten Brauch steckt:

Begriff: Der Begriff Ramadan (رمضان) kommt selbstverständlich aus dem Arabischen und setzt sich aus den beiden Wortteilen Rama- und -dan zusammen. "Rama" ist das arabische Wort für Margarine (nicht zu verwechseln mit Buddha!) und steht für Fett, während "dan" soviel wie "dann" oder "später" bedeutet. Im Ramadan gibt es also das Fett (Essen) später (siehe Regeln).

Nach Sonnenuntergang darf gespachtelt werden
Regeln: Im Ramadan müssen Muslime, Moslems, Islamisten, muslimische Christen, jüdische Muslime und griechisch-orthodoxe Islamokopten für einen Monat von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang auf Essen (Ausnahme: von Motorradfahrern verschluckte Fliegen), Trinken (Ausnahme: Spucke), Rauchen (Ausnahme: Paffen) und Geschlechtsverkehr (Ausnahme: Heavy Petting) verzichten. Von den Vorschriften ausgenommen sind Kranke, Alte, Kinder, Reisende und Schwangere. Kranke reisende Kinder über 90, die gerade in den Presswehen liegen, können sich also entspannt zurücklehnen.
Foto: Syefri Zulkefli, CC BY-SA 2.0

Essexperte Mohammed
Geschichte: Als der Prophet Mohammed im Jahre 620 Ramadan einführte, gab es viel Gemekka unter seinen Anhängern, durfte doch zunächst für einen ganzen Monat überhaupt nicht gegessen werden. Erst nachdem knapp die Hälfte aller Gläubigen verhungert war, erlaubte ihnen der weise Prophet, wenigstens nachts zu essen.

Nicht zu spät füttern
Verwechslungsgefahr: Moslems dürfen während des Ramadans nicht nach Sonnenaufgang gefüttert werden, wohingegen Gremlins (Mogwai) nach Mitternacht keine Mahlzeit mehr einnehmen oder mit Wasser in Berührung kommen dürfen!

RTL II: Im Jahr 2010 hat der Privatsender RTL II angekündigt, den jeweiligen Beginn und das Ende des Fastens sogar im laufenden Programm einzublenden. Diese Maßnahme hat sich allerdings als unnötig erwiesen, denn bei "Big Brother","Frauentausch" und Co. bekommt ohnehin niemand einen Bissen runter – egal welcher Religion man angehört.

Nach Fasten leichter zu fasten: Seatbelt
Andere Religionen und Länder: Auch das Christentum kennt das Fasten - allerdings meistens nur vom Hörensagen. Viele fasten heutzutage höchstens noch ihren Seatbelt im Flugzeug oder vom Einschlafen bis zum Aufwachen. Übrigens: Sehr beliebt ist das Fasten auch in armen Ländern wie Somalia, Äthiopien oder auch Nordkorea. Dort heißt es allerdings nicht 'Ramadan', sondern 'Arm dran'.
ssi

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Dienstag, 10. August 2010

Ratlosigkeit in Russland: Feuer lässt sich nicht von Polizisten niederknüppeln

Russische Polizisten rücken mit Schlagstöcken gegen das Feuer vor.
Moskau (dpo) - Bereits seit Tagen wüten in Russland heftige Waldbrände. Obwohl die Regierung sämtliche Polizeikräfte der Region mobilisiert hat, gelingt es nicht, das Feuer einzudämmen.
Lassen sich nicht zur Vernunft prügeln: Flammen
Dimitri Wasiljew, Polizist aus Osersk, wo die Flammen besonders schwer wüten, versteht die Welt nicht mehr: "Demonstrationen von Dissidenten oder Schwulen lassen sich deutlich leichter auflösen als dieses Inferno. Man schlägt und schlägt, aber das Feuer lässt nicht nach – und beim Versuch, einzelne Brandherde abzuführen und ohne Prozess einzusperren, sind uns schon mehrere Fahrzeuge und sogar ein ganzes Gefängnis abgebrannt."
Polizisten schlagen ein am Boden liegendes Feuer
Die Ratlosigkeit setzt sich bis in höchste Regierungsebenen fort: "Wir versuchen das Problem ganz genauso zu lösen, wie wir alle anderen Probleme lösen: Mit massivem Polizeieinsatz", rechtfertigte sich der russische Ministerpräsident Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz. "Aber das Feuer zeigt sich – ganz anders als die Opposition – völlig unbeeindruckt von den Knüppeln und Schlagstöcken unserer Männer." Putin kündigte daher an, er wolle den Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen genehmigen.
Sollte auch das nicht fruchten, so Putin weiter, müsse die Armee aktiviert werden, denn dann kann nur noch ein gezielter Nuklearangriff verhindern, dass die Brände auch auf russische Atomanlagen übergreifen.
 ssi

Feuer im Postillon-Archiv:
Heldenhafter Goldfisch rettet Besitzer aus brennendem Haus
Zigarettenstummel von Wald verbrannt
Urzeitfeuer entdeckt

Montag, 9. August 2010

Newsticker (88)

++++ Höchste Eisenbahn: DB fährt endlich auch zur Zugspitze ++++
++++ "Halt die Schnauze!": Überforderter Tierarzt bittet Assistentin um Hilfe ++++
++++ Rätselhaft: Tampon schnurlos verschwunden ++++
++++ Schweres Gewürz aufgefahren: Nord- und Südkoriander weiterhin unversöhnlich ++++
ssi, swe (#3)

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Statt Sicherungsverwahrung: Koalition einigt sich auf elektronische Fußfessel - mit gigantischer Eisenkugel

So funktioniert's: Die gigantische Eisenkugel macht alle Parteien glücklich.
Berlin (dpo) - In den vergangenen Tagen wurde Kritik an den Plänen von Justizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) laut, Schwerkriminelle, bei denen eine Sicherungsverwahrung nicht mehr möglich ist, mit elektronischen Fußfesseln zu überwachen. Das System sei zu unsicher, kritisierten Polizeigewerkschafter, Unionspolitiker und Leute aus den eigenen Reihen.
Nun konnte sich die Koalition doch noch auf einen Kompromiss einigen, bei dem alle Seiten ihr Gesicht wahren konnten.
Die elektronische Fußfessel kommt demnach wie von der Justizministerin vorgesehen zum Einsatz - allerdings mit einer kleinen Änderung: Eine daran gekettete High-Tech-Eisenkugel mit einem Gewicht von über 500 Kilogramm soll nicht nur den Koaltionspartner befrieden, sondern auch für zusätzliche Sicherheit sorgen. Die automatische Aufenthaltsbestimmung, die Datenrechtler ohnehin bedenklich fanden, wäre damit ebenfalls überflüssig.
ssi; Foto rechts (emdee, cc): Konnte sich quasi durchsetzen: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger.

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Sonntag, 8. August 2010

Das Wort zum Sonntag (83)

Kommentar:
Verkehrte Welt! Armes Deutschland! Reiches Ausland! Käsekuchen nur 1 Euro 50! Manchmal versteht man ja vor lauter Bäumen sein eigenes Wort nicht mehr vor Augen. Spätestens dann sollte man sich fragen: Lassen die mich je wieder hier raus? Gibt's diese Zwangsjacke auch mit Stehkragen und Lacoste-Logo? Und: Warum starrt mich der unheimliche Typ da in der Ecke so an - oder bin ich das selbst? Was allerdings noch viel besorgniserregender ist: Die blühenden Landschaften im Osten wurden erst viel zu lange gegossen und dann ist weit und breit kein Gerd Schröder zu sehen, der im Alleingang baumhohe Dämme aus Sandsäcken errichtet und mit Laserstrahlen aus seinen Nasenlöchern das Wasser verdampft. Oder war Oder 2002 eine öde Wahlkampfidee?*
ssi; Cartoon: bob schroeder

*Natürlich weiß die Chefredaktion, dass 2002 die Elbe betroffen war und nicht die Oder (1997), weshalb der letzte Satz eigentlich heißen müsste: Elbe war Elbe 2002 eine Äbe Wahlkampfölbee?

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