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Donnerstag, 20. Januar 2011

Endlich Stimmung: Phoenix spielt künstliche Lacher bei Bundestagsdebatten ein

Berlin (dpo) - Gehören miese Quoten bald der Vergangenheit an? Um das dröge Programm aufzulockern, hat die Leitung des Spartensenders Phoenix angekündigt, bei Übertragungen von Bundestagsdebatten künftig Lacher aus der Konserve einzuspielen, wie man sie aus US-amerikanischen Sitcoms kennt. Durch diese Maßnahme soll die Arbeit des Parlaments auch Bevölkerungsschichten abseits des Bildungsbürgertums nahegebracht werden.

"Mit bei jeder Atempause eingespielten Lachern wirkt selbst eine einstündige Rede von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach wie ein schreiend komischer Monolog von Barney Stinson in der Serie 'How I Met Your Mother'", erklärte Karsten Risse, ein Sprecher des öffentlich-rechtlichen Senders. "Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Intensität der Lacher mit fortschreitender Rede immer weiter zu steigern."
Der Running Gag des Parlaments
Auch andere Elemente können genutzt werden, um langatmige Debatten kurzweiliger zu gestalten: "Als eine Art Running Gag werden wir jedes Mal, wenn sich tatsächlich einmal ein Politiker an einem Witz versucht, auf die künstlichen Lacher verzichten und stattdessen nur ein peinlich berührtes Husten einspielen", so Risse weiter.
Verkehrsminister Dobrindt (CSU) hingegen werde laut Phoenix immer, wenn er das Podium betritt, von einem langen "Wuuuuuuuuuhuuuuuuu!" begleitet, das an die Auftritte von Kelly Bundy in "Eine schrecklich nette Familie" erinnert. Sobald er dann von der Autobahnmaut spricht, käme wieder schreiendes Gelächter zum Einsatz.
Für den Fall, dass sich die eingespielten Lacher bei Phoenix bewähren, hat Bundestagspräsident Norbert Lammert bereits Interesse bekundet, diese auch live im Parlament abzuspielen, damit Hinterbänkler nicht immer einschlafen.
ssi; Foto oben: Bundeswehrfotos, CC BY-ND 2.0, Foto rechts: Martin Rulsch, CC BY-SA 4.0



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