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Freitag, 4. März 2011

Bundesregierung richtet kostenpflichtige Hotline für Opfer von Warteschleifen ein

Berlin (dpo) - Die Bundesregierung will eine kostenpflichtige Telefonhotline einrichten, bei der sich Bürger über die jüngsten Beschlüsse zur Abzocke mit kostenpflichtigen Warteschleifen beschweren können. Zwar hat das Bundeskabinett am Mittwoch bestimmt, dass Verbraucher künftig nicht mehr für Wartezeiten bei kostenpflichtigen Service-Nummern bezahlen müssen, doch das Gesetz tritt erst Mitte 2012 vollständig in Kraft.

"Wir verstehen natürlich, dass die Bürger wütend sind, dass sie noch knapp eineinhalb Jahre warten müssen, bis sie nicht mehr dafür bezahlen müssen, dass man ihnen Zeit stiehlt", führte heute ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums aus. "Damit sie diese Wut auch irgendwie abreagieren können, wird eine kostenpflichtige Telefonhotline eingerichtet, die bis zur vollständigen Umsetzung des Gesetzes bereitsteht."
Die geplante Telefon-Hotline (1,99 €/min aus dem dt. Festnetz, Handytarife liegen z.T. deutlich darüber) soll rund um die Uhr von zwei Mitarbeiterinnen besetzt sein, die wütenden oder enttäuschten Bürgern geduldig zuhören und diese mit beruhigenden Worten beschwichtigen. "Wir werden uns viel Zeit für jeden einzelnen Anrufer nehmen", bestätigt Sandra K., eine der beiden Telefonistinnen. "Immerhin soll es den Menschen danach wieder besser gehen."
Einige Kritiker monierten bereits, dass aufgrund des erwarteten Andrangs damit gerechnet werden müsste, dass Anrufer der staatlichen Beschwerde-Hotline bis zu einer Stunde in einer kostenpflichtigen Warteschleife warten müssten, doch das Wirtschaftsministerium sieht darin keinen Widerspruch. Brüderle erklärte dazu: "Warteschleifenopfer können sich anschließend ja bei einer unserer Telefonistinnen beschweren."
ssi; Foto oben: Fotolia