
Berlin, München (dpo) - Sie lungern in kleinen Grüppchen vier Meter über öffentlichen Plätzen herum oder klopfen von Außen an die Scheibe des Restaurants im Berliner Fernsehturm: Die Polizeien der Länder schlagen Alarm, weil immer mehr Jugendliche gegen das Gesetz der Schwerkraft verstoßen.
So geht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik (PSK) hervor, dass allein im ersten Quartal dieses Jahres bereits über 150 Verstöße gemeldet wurden.
Diese reichen von leichten Vergehen wie heimlichem Schweben knapp über dem Boden oder dem Gehen an Decken und Wänden bis hin zum Urinieren auf ein Picknick aus einer Höhe von 30 Metern.
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| Teenies vor dem Restaurant im Fernsehturm |
Patrick (16, mehrfach vorbestraft wegen Missachtung der Schwerkraft) erklärt dem
Postillon seine Sicht der Dinge: "Ey, wir scheißen auf die Regeln, die die Erwachsenen aufgestellt haben. Es gibt ja wohl nix Geileres als so rumzufliegen. Da ist man voll frei und so!" An seinem Rucksack hängt ein Button, auf dem "Fick dich, Newton!" steht.
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| Wird gegen schwebende Kids abgerichtet: Hund |
Das sieht die Obrigkeit ganz anders. "Das Gesetz der Schwerkraft ist einer der Grundpfeiler unserer freiheitlich-demokratischen Grundordnung", meint Innenminister Hans-Peter Friedrich. "Wer glaubt, er kann auf unsere Werte von oben herab blicken, den müssen wir eben wieder auf den Boden holen." Friedrich plant, neben trainierten Hunden auch Falkner und Hubschrauber gegen die aufsässigen Halbstarken einzusetzen.
Während Friedrich auf die starke Hand des Staates setzt, fordern die Oppositionsparteien und die FDP einen präventiven Ansatz mithilfe von intensiviertem Physikunterricht. Renate Künast (Grüne) etwa ist überzeugt: "Wer das Gesetz der Schwerkraft selbst herleiten kann und es wirklich versteht, verstößt auch nicht dagegen."
ssi; Foto oben: Gilgongo, CC BY 2.0, Foto rechts: Kenneth Freeman, CC BY-SA 2.0, Foto links: Sicherlich, CC BY-SA 3.0 + Valerie Everett, CC BY-SA 2.0
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