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Freitag, 15. Juli 2011

Erster Punk akzeptiert auch EC- und Kreditkarte

Berlin (dpo) - Auch vor einem so klassischen Handwerk wie dem Schnorren macht der Fortschritt nicht halt. Da immer mehr Menschen ihren Zahlungsverkehr bargeldlos regeln und kaum noch Kleingeld bei sich tragen, hat sich der Kreuzberger Punk Lonny Mouseblood (18) etwas ganz besonderes einfallen lassen: Er hat sich ein Kartenlesegerät angeschafft.
Der Postillon hat den gewieften Geschäftsmann, der neben EC-Karten auch Kreditkarten von American Express oder VISA akzeptiert, getroffen.
"Das Ding hat mich meine letzten geschnorrten Euros gekostet, aber es hat sich bereits amortisiert", erzählt Mouseblood zufrieden. "Wann immer mir jemand mit 'Sorry, hab nix einstecken' kommt, zücke ich das Gerät. Karte rein, Geheimzahl eintippen, fertig ist die Laube und ich hab meinen Euro."
Punks bald mit Flattr und Paypal?
Überhaupt bemüht sich der junge Punk um Kundenzufriedenheit. Passanten, die öfter vorbeikommen und ihm Kleingeld zustecken oder per Karte zahlen, erhalten eine Stempelkarte, mit der sie nach zehn Euro einmal nichts bezahlen müssen. Diejenigen, die an dem beliebten Bonusprogramm teilnehmen, bekommen außerdem für jeden gegebenen Euro zwei Payback-Punkte.
Lonny Mouseblood ist der lebende Beweis, dass sich die oft als "Zecken" diffamierten Punks an ihre Umwelt besser anpassen können als bislang angenommen. Soziologen sind sich einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis in hipperen Gegenden wie Prenzlauer Berg oder Friedrichshain, die ersten Punks mit integriertem Flattr- und Paypal-Button auftauchen.
ssi; Foto links: Puknáč, CC BY 3.0

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