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Donnerstag, 29. September 2011

Politik beschließt irgendetwas unglaublich Wichtiges mit Eurorettung oder so

Berlin (dpo) - Hochrote Köpfe, energische Reden und am Ende reihenweise erleichterte Politiker: Aus Sicht der Bürger deutet alles darauf hin, dass heute im Bundestag über etwas abgestimmt wurde, das verdammt wichtig war und womöglich in irgendeiner Weise mit der Eurorettung zu tun hat – oder so.
Nehmen irgendeinen Gesetzesentwurf an: Politiker
Anton Martens (41) aus Gera hat eine Vermutung: "Ich glaube, es ging irgendwie um einen Rettungsschirm – für Banken oder für Länder. Der sollte entweder erhöht oder abgeschafft oder vielleicht auch erst eingerichtet werden... Auf jeden Fall ging's um einen Rettungsschirm", so der politisch interessierte Wähler. "Und wenn die da heute nein gesagt hätten, dann wäre der Euro kaputt gewesen. Und das wäre schlimm, oder auch nicht, weil wir dann die DM wieder hätten. Ach, keine Ahnung."
Sicher nicht verkehrt: Abbildung der EU-Fahne
Viele Beobachter können sich auch vorstellen, dass Griechenland eine wichtige Rolle bei der heutigen Debatte gespielt haben könnte: "Die haben heute bestimmt darüber abgestimmt, ob Griechenland gerettet werden soll oder nicht", ist dementsprechend eine andere Bürgerin überzeugt. "Ich habe gehört, man muss Griechenland pleite gehen lassen, sonst landen wir in einer Transferunion. Und außerdem habe ich gehört, dass wenn Griechenland pleite geht, wir alle pleite gehen, wegen des Dominoeffekts, glaube ich. Ich finde also, man muss Griechenland pleite gehen lassen und retten. Hoffentlich haben die das gemacht."
Worüber genau heute abgestimmt wurde, wird letztlich aber ohnehin unerheblich sein. Durch das Erreichen der aus unerfindlichen Gründen total wichtigen Kanzlermehrheit, dürfte es das letzte Mal gewesen sein, dass die Bürger Europas je etwas von dieser Schuldenkrise gehört haben.
ssi

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