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Dienstag, 29. November 2011

Handel demonstriert mit Ladenschließungen gegen Kommerzialisierung von Weihnachten

Berlin (dpo) - Fällt der weihnachtliche Kaufrausch in diesem Jahr aus? Es sieht ganz danach aus, denn wie heute bekannt wurde, haben die vom Weihnachtsgeschäft direkt betroffenenen Teile des Einzel- und Versandhandels angekündigt, ab 1. Dezember bis einschließlich Heiligabend ihre Läden geschlossen zu halten, um damit ein Zeichen gegen die zunehmende Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes zu setzen.
Fallen in diesem Jahr aus: Weihnachtseinkäufe
"Die Spielwarenläden, Kaufhäuser und Elektronikfachgeschäfte Deutschlands wollen mit dieser außerplanmäßigen, fast einmonatigen Schließung erreichen, dass sich die Menschen wieder auf den wahren Geist von Weihnachten besinnen", bestätigt Harald Mertens vom Handelsverband Deutschland. "Auch der Online-Versandhandel schließt sich diesem Protest gegen die Kommerzialisierung von Weihnachten an und wird vor Heiligabend keine Waren mehr versenden, die als potenzielle Geschenke in Frage kommen."
Verkäufer und Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen werden für die Dauer der Aktion zur Unterstützung von Armenküchen und Bahnhofsmissionen eingesetzt.
So wirbt Saturn für den Verkaufsstopp
Mit der Schließung der Läden will der Handel nicht nur die zunehmende Kommerzialisierung anprangern, sondern es den Verbrauchern auch erleichtern, die Zeit kurz vor Weihnachten mit ihren Liebsten zu genießen, anstatt von Geschäft zu Geschäft zu hetzen, um das Neuste vom Neusten zu kaufen.
So sieht das auch das Management der Spielwarenladenkette Toys "R" Us, das in einer Pressemitteilung hervorhebt, dass durch den Weihnachtsverkaufstopp die Fußgängerzonen weniger überlaufen und damit ideal für einen Familienspaziergang geeignet wären. In der Mitteilung steht: "Vielleicht zaubern wir so endlich wieder ein Lachen auf ein Kindergesicht."
Rita Möllmer, eine Sprecherin der am Weihnachtsgeschäftsboykott beteiligten Elektronikfachmarktkette Saturn, ist ebenfalls überzeugt, dass der Handel damit ein positives Signal sendet: "Sicher, geil ist geil, aber statt immer nur iPads und Videospiele zu verschenken, sollten die Leute wieder selbst etwas basteln. Das kommt dann auch von Herzen."
Weiterhin kündigte der Lebensmitteleinzelhandel an, sämtliche Weihnachtsplätzchen, Christstollen und Schokoladennikoläuse aus dem Sortiment zu nehmen, um Kunden zu animieren, wieder mehr zu Hause zu backen. 
ssi

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