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Freitag, 9. März 2012

Bundespräsident Christian Wulff vom Militär aus dem Amt geputscht

Berlin (dpo) - Militärputsch in Deutschland! Am Donnerstagabend gegen sieben Uhr sind Einheiten der Bundeswehr vor Schloss Bellevue, dem Amtssitz des Bundespräsidenten, aufmarschiert. Trotz heftiger, mit Vuvuzelas vorgetragener Proteste aus dem Volk setzten die Militärs den derzeitigen Amtsinhaber Christian Wulff (CDU) im Zuge eines unblutigen Militärstreichs ab.

"Schrecklich! Ich dachte, so etwas gibt es nur in Ländern wie Ägypten oder Myanmar", berichtet Augenzeuge Ulrich D. vom ARD-Hauptstadtstudio dem Postillon. "Es waren hunderte dunkel gekleidete Soldaten. Sie waren mit Gewehren bewaffnet, die sie zu Beginn auch gleich präsentierten. Außerdem trugen sie Fackeln." Experten vermuten, dass die Putschisten planten, damit das Anwesen am Spreeufer anzuzünden, falls sich das Staatsoberhaupt nicht freiwillig stellen würde.
Stellte sich mutig seinen Häschern: Wulff
Noch bevor ein derartiges Ultimatum verstrich, trat Christian Wulff mutig vor die Soldaten. Daraufhin überreichte eine Anführerin dem Präsidenten ein Dokument, das ihn über seine sofortige Entlassung unterrichtete.
Inzwischen verfügbare Fernsehbilder zeigen, wie der von Soldaten umstellte Präsident anschließend von der militärischen Führung unter Fanfaren- und Trommelmusik wie eine Trophäe vorgeführt wurde.
Dies alles geschah unter den Augen von Bundeskanzlerin Angela Merkel, die dem Spektakel mit versteinerter Miene beiwohnte. Wulff ist nach Horst Köhler bereits der zweite Präsident, der unter der gegenüber dem Militär offenbar machtlosen Marionettenkanzlerin aus dem Amt geputscht wurde.
Welche Rolle de Maizière spielt, ist unklar
Auch Verteidigungsminister Thomas de Maizière wohnte der unheimlichen Zeremonie bei. Allerdings war nicht ersichtlich, ob er als eigentlicher Drahtzieher des Putsches fungierte oder ob er sich ebenfalls in der Hand der Militärs befindet. Die Tatsache, dass seine beiden Vorgänger ebenfalls aus dem Amt geputscht wurden, lässt eher auf letzteres schließen.
Währenddessen protestierte das Volk vor den Toren von Schloss Bellevue lautstark mit Vuvuzelas und Trillerpfeifen gegen die Absetzung seines geliebten Präsidenten, der erst vor anderthalb Jahren über drei Ecken irgendwie quasi demokratisch gewählt worden war.
Nach Informationen des Postillon hat das Städtchen Großburgwedel, 20 km nordöstlich von Hannover, angeboten, Christian Wulff Exil zu gewähren. Auch Bundeskanzlerin Merkel hat mittlerweile reagiert und für den 18. März ein Krisentreffen im Reichstagsgebäude einberufen, bei dem ein neuer Bundespräsident gewählt werden soll – sofern die Militärjunta dies zulässt.
ssi, Andreas Lineal; Idee: Andreas Lineal; Fotos: ARD

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