
Berlin (dpo) - Fällt bald auch die letzte Bastion männlicher Dominanz? Anlässlich des Weltfrauentages fordern mehrere feministische Gruppen die Einführung einer Frauenquote für Strafgefangene. Mit ihrer Hilfe soll die Zahl weiblicher Häftlinge bis 2022 schrittweise von 5,7 Prozent auf über 30 Prozent gesteigert werden.
Ob eine Quote allein helfen wird, mehr Frauen hinter Schloss und Riegel zu befördern scheint indes unklar. Denn es gibt tiefergehende, strukturelle Gründe dafür, dass bislang auf 51.116 Strafgefangene nur 2973 weibliche Insassen kommen: "Die kriminellen Milieus sind immer noch von Männerseilschaften geprägt, durch die es Frauen erschwert wird, in der Unterwelt Fuß zu fassen", erklärt die Feministin Alice Weißer auf Anfrage des Postillons. "Dabei können Frauen genau so gut wie Männer stehlen, morden, rauben, betrügen, verletzen oder Steuern hinterziehen."Weißer hält das auch wirtschaftlich für einen großen Fehler der Unterweltbosse, denn jüngste Studien haben erwiesen, dass gemischtgeschlechtliche Ganoven-Teams wesentlich effizienter und kreativer arbeiten.
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| Ein seltener Anblick: Weibliche Strafgefangene |
Es gibt aber auch Frauen, die sich gegen eine strenge Quotierung aussprechen. Etwa die zu lebenslanger Haftstrafe verurteilte Doppelmörderin Ludmilla B. (31) findet, dass durch gesetzliche Regelungen die Leistungen erfolgreicher weiblicher Krimineller geschmälert werden.
Ob die Frauenquote für den Strafvollzug politisch wirklich durchgesetzt werden kann, ist daher ungewiss. Während die Oppositionsparteien Unterstützung für ein derartiges Gesetz signalisieren, zeigen sich FDP und das verantwortliche Ministerium skeptisch.
Familienministerin Kristina Schröder (CDU) erklärte, sie befürworte eine sogenannte "Flexiquote", bei der deutsche Gerichte selbst über die Anzahl der verurteilten Frauen entscheiden dürfen, diese dann aber auch umsetzen müssen. Ansonsten drohen Strafen – allerdings nur für weibliche Richter, um die Quote zu erfüllen.
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