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Dienstag, 24. Juli 2012

Prophet Sankt Moody warnt Deutschland vor dem Zorn der unsterblichen Märkte

New York, Berlin (dpo) - Müssen wir jetzt vor dem Zorn der Märkte zittern? Der heilige Prophet Moody ist am Montagabend aus seiner Höhle in Übersee herausgetreten und hat mit donnernder Stimme verkündet, die allmächtigen Finanzmärkte würden Deutschland schon bald nicht mehr wohlgesonnen sein. Und tatsächlich: Unmittelbar nach der düsteren Prophezeiung, die Laune der Märkte habe sich von "stabil" in "negativ" gewandelt, fielen die Aktien deutscher Banken drastisch.
Die Priester des Finanzministeriums trösteten heute das Volk. Sie deuten den weisen Orakelspruch Sankt Moody's so, dass sich der endgültige Zorn der Märkte in Form höherer Kreditzinsraten durchaus noch abwenden lässt, wenn nur die richtigen Gebete und Mantren aufgesagt werden.
Erfleht märktlichen Beistand: Ministeriumssprecher
"Siehe da, die Aussichten für das Wirtschaftswachstum in Deutschland sind solide", beschwor ein Priester des Ministeriums und malte ein €-Zeichen in die Luft. "Daher werden uns die Märkte gewogen bleiben, und die Bundesrepublik wird ihren Status als gelobtes Aaa-Land wahren."
Dabei sind sich selbst die Schriftgelehrten uneinig, wie genau die Prophezeiung Moody's überhaupt ausgelegt werden muss. Während die einen die Worte des Heiligen so deuten, dass Griechenland geopfert werden muss, fürchten andere, die Märkte wollen Deutschland eine Schuldenunion aufbürden.
Die übrigen Propheten Standard, Poor und Fitch schweigen bislang. Mit Sicherheit kann daher nur dieses gesagt werden: Die Wege der Märkte sind unergründlich.
ssi; Foto rechts: © hanzl - Fotolia.com



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