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Freitag, 6. Juli 2012

Teenager aus vierwöchigem Campingurlaub mit Familie evakuiert

Groß Leuthen (dpo) - Das war Rettung in letzter Sekunde! Der 14-jährige Schüler Tom R. aus Potsdam wurde heute Morgen von einer Spezialeinheit der Polizei aus einem 4-wöchigen Campingurlaub mit seiner Familie evakuiert. Zuvor hatte der stark traumatisierte Jugendliche zahlreiche verzweifelte Hilferufe verfasst, die er mithilfe eines Smartphones in verschiedenen sozialen Netzwerken verbreitete.

Ein Freund war dabei, als Tom vor gut einer Woche von seiner eigenen Familie entführt wurde: "Ich habe gerade mit Tom Xbox 360 gedaddelt, als sein Vater plötzlich reinkam und sagte 'Es geht los!'. Obwohl Tom sich heftig gewehrt hat, haben sie ihn einfach in einen Campingbus gezerrt und verschleppt." Doppelt bitter: Erst wenige Tage zuvor haben für Tom R. die Schulferien begonnen.
Konnte nicht auf eigene Faust fliehen, da Teenager maximal 500 Meter zu Fuß zurücklegen können: Tom
Der Entführte, der auf einem Campingplatz am sogenannten Gurkenradweg festgehalten wurde, verfasste mehrmals täglich verzweifelte Hilferufe, die auf grausame Folter schließen lassen. Darunter befanden sich Nachrichten wie: "Oh fuck, mein Vater, der Spast, will mit mir angeln gehen!", "Argh! Den ganzen Scheißtag muss ich mit meiner kleinen Schwester spielen." oder "Igitt, schon wieder Würstchen mit Kartoffelsalat. Ich wünschte, ich wäre tot!!!"
Doch erst als Tom R. bereits eine Woche in den Händen seiner Entführer war, gelang es den Behörden anhand von Facebook-Fotos den Ort zu ermitteln, an dem der Jugendliche gegen seinen Willen festgehalten wurde. Heute Morgen dann wurde der Teenager von einer Spezialeinheit der Polizei mithilfe eines Helikopters evakuiert.
Der 14-Jährige befindet sich inzwischen an einem sicheren Ort, wo er sich bei Chips und Videospielen von seinem Trauma erholen kann. Körperlich scheint er unversehrt, doch es ist fraglich, ob die seelischen Verletzungen je ganz verheilen werden.
ssi; Foto: © Selecstock & Gorilla - Fotolia.com



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