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Donnerstag, 25. April 2013

Acht Millionen Schweizer zeigen sich selbst an, weil sie Konten in der Schweiz haben

Zürich (dpo) - Die Medienberichterstattung um Uli Hoeneß und Alice Schwarzer hat eine wahre Lawine ausgelöst. Seit dem vergangenen Wochenende haben sich rund acht Millionen Schweizer, die Konten in der Schweiz unterhalten, selbst angezeigt. Insgesamt geht es um die unglaubliche Summe von rund 2,6 Billionen Franken (über zwei Billionen Euro), die dem deutschen Fiskus nicht gemeldet worden sein sollen.

Offenbar hoffen die betroffenen Eidgenossen nun auf die strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige.
"Ich habe mir nichts Böses dabei gedacht, als ich damals mein Konto bei der UBS eröffnet habe", rechtfertigt sich Urs Keller (44, Schreiner) aus Zürich. "Die hatten eben einfach eine Filiale auf der anderen Strassenseite. Das fand ich bequem. Seitdem ich das von Uli Hoeness und der Schwarzer gehört habe, schäme ich mich, weil ich in meinem ganzen Leben noch nicht einen einzigen Rappen ... äh ... Cent Steuern an die Bundesrepublik Deutschland gezahlt habe."
Typische Schweizer Steuersünderin (Symbolbild)
Mit der Selbstanzeige wollen die acht Millionen Schweizer auch den deutschen Finanzbehörden zuvorkommen.
Selina Wehrli (26, Bürokauffrau) aus Bern: "Ich hoffe, dass gegen mich noch nicht wegen meines Girokontos bei Vontobel ermittelt wurde. Man weiss ja nie, ob deutsche Ermittler nicht schon längst eine CD mit den Namen aller Schweizer Bankkunden oder einfach ein Exemplar des Schweizer Telefonbuchs angekauft haben."
Das Bundesministerium für Finanzen geht davon aus, dass sich die deutsche Staatsverschuldung angesichts der erwarteten Strafnachzahlungen durch die Schweizer Steuersünder mindestens halbieren wird.
ssi; Foto oben: twicepix, CC BY-SA 2.0, Foto rechts: Fotolia.com; Artikel auf 5.2.2014 aktualisiert



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