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Dienstag, 30. April 2013

NSU-Prozess soll neunzehnmal wiederholt werden, damit alle Journalisten Platz haben

München (dpo) - Das OLG München hat die Nase voll. Nachdem auch das zweite Verfahren per Losziehung den Unmut vieler nicht berücksichtigter Medienvertreter geweckt hat, gab das Gericht heute bekannt, dass der Prozess gegen Beate Zschäpe einfach so lange wiederholt wird, bis alle Journalisten einmal an dem Spektakel teilnehmen konnten. Dazu wurde der Saal 101 des OLG für die nächsten zwölf Jahre reserviert.

"Diesmal wollen wir alles richtig machen," sagt Karl Huber, der Präsident des Münchner Oberlandesgerichtes. "Jedes der 927 Medien, die für das zweite Auswahlverfahren eine Akkreditierung beantragt hatten, soll an dem Prozess teilnehmen können. Vielleicht hört dann endlich diese ganze furchtbare Quengelei auf."
Hat ihre Strafe bei Prozessende womöglich
schon abgesessen: Beate Zschäpe
Unverzichtbar bei dieser Lösung sei, dass die 50 Teilnehmer des ersten Durchlaufs mit der Berichterstattung auch so lange warten, bis die achtzehnte Wiederholung des Prozesses beendet ist. "Mit den ersten Schlagzeilen ist dann je nach Prozessdauer zwischen 2020 und 2025 zu rechnen", erklärt Huber, der froh ist, dass nun nicht nur Leitmedien wie Radio Lotte Weimar oder Brigitte am Prozess teilnehmen können, sondern auch Nischenblätter wie die Süddeutsche, die FAZ oder die Zeit.
Um den Erfolg des ehrgeizigen Plans sicherzustellen, hat Huber die Angeklagte und ihr Anwaltsteam bereits persönlich gebeten, bei den einzelnen Durchläufen bitte unbedingt neunzehnmal exakt dasselbe zu sagen und auf Kontinuität bei Outfit und Frisur zu achten.
dan; Foto oben: © liveostockimages - Fotolia.com

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