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Montag, 15. April 2013

Studie: Vorgehaltene Handfeuerwaffe erhöht Kompromissbereitschaft signifikant

Köln (dpo) - Ist das das Ende lästiger Diskussionen und fruchtlosen Kompetenzgerangels? Eine aktuelle Studie des Psychologischen Forschungsinstituts Köln (PFK) hat ergeben, dass über 92 Prozent der Deutschen praktisch jedem Argument zustimmen, wenn sie dabei nur mit einer geladenen Handfeuerwaffe bedroht werden. Für die Untersuchung wurden insgesamt 342 unfreiwillige Testpersonen mit vorgehaltener Pistole zu verschiedenen Aussagen und Handlungen überredet.

"Es ist erstaunlich, wie wenig rationale Argumente oder gesellschaftliche Hierarchien zählen, sobald eine geladene Waffe ins Spiel kommt", so Professor Gunter Wantner. "Die große Mehrzahl unserer Probanden verhielt sich ab dem Zeitpunkt, an dem ihr Gegenüber eine Pistole zog und auf sie richtete, äußerst kompromissbereit und führte jede ihr aufgetragene Handlung fast schon willenlos durch – sei sie noch so absurd oder schmerzhaft."
Ob die Waffe seitlich (Gangster-Grip) gehalten wird, ist statistisch nicht relevant
Beispielsweise konnten die Wissenschaftler Testpersonen mit vorgehaltener Waffe ohne Weiteres davon überzeugen, dass sie "dreckiger Abschaum" sind, "der es nicht wert ist, an dieser brillanten Studie teilzunehmen". Zudem sei nahezu jeder Proband sofort bereit gewesen, sein gesamtes Hab und Gut der Wissenschaft zu übereignen, wenn er währenddessen die kalte Mündung der Waffe an seiner Schläfe spürte.
Sogar absolut sinnlosen Forderungen - wie etwa die Imitation eines Huhns oder das Rennen gegen eine massive Steinmauer - wurde ohne große Widerworte Folge geleistet.
Selbst die acht Prozent, die sich zunächst verweigerten, widersetzten sich nicht im eigentlichen Sinne. Zwei Drittel von ihnen suchten ihr Heil in der Flucht mithilfe eines beherzten Sprungs aus dem Fenster, ein weiteres Drittel konnte nach anfänglichem Widerwillen durch einen Schuss in die Luft zur Räson gebracht werden.
Professor Wantner und sein Team wollen in den nächsten Monaten die Erkenntnisse ihrer Studie auf mögliche Praxisanwendungen überprüfen. Eine vorgehaltene Waffe könnte etwa dabei helfen, Meinungsverschiedenheiten im privaten Bereich, mühsame Gehaltsverhandlungen in der Firma oder langfristige juristische Auseinandersetzungen erheblich schneller zu einem befriedigenden Abschluss zu bringen als bislang.
Die Zusage für die dafür benötigten Fördergelder hat das PFK eigenen Angaben zufolge bereits dank "überzeugender Argumente" erhalten.
ssi; Foto oben: © pressmaster - Fotolia.com, Foto rechts: © tony4urban - Fotolia.com



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