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Mittwoch, 12. März 2014

Lage unterschätzt: Uli Hoeneß zieht Selbstanzeige zurück

München (dpo) - Erneute dramatische Wendung im Hoeneß-Prozess! Der Bayern-Präsident hat laut seinem Strafverteidiger die 2013 erstattete Selbstanzeige wegen Steuerhinterziehung mit sofortiger Wirkung zurückgezogen. Als Grund gibt Uli Hoeneß, dessen Steuerschuld sich nicht - wie zunächst vermutet - auf 3,5 Millionen, sondern auf 27,2 Millionen Euro beläuft, an, "den Ernst der Lage gehörig unterschätzt" zu haben. Die Staatsanwaltschaft, die das Verfahren nun ergebnislos einstellen muss, zeigt sich enttäuscht.

Wo kein Kläger, da kein Richter: Am Mittwochmorgen hat Hoeneß-Verteidiger Hanns W. Feigen den Rückzug der vor 14 Monaten gestellten Selbstanzeige verkündet. Der Prozess wurde daraufhin umgehend eingestellt.
Er darf nach Hause fahren, er darf nach Hause fahren...
"Wir haben lange beraten und festgestellt, dass meinem Mandanten die Sache langsam über den Kopf wächst", begründet Feigen den überraschenden Schritt. Zu leichtsinnig sei Uli Hoeneß in die Sache hineingegangen. Uli Hoeneß selbst erklärte anschließend, er sei erleichtert, dass "der Spuk endlich ein Ende hat".
Die Staatsanwaltschaft, die bis zuletzt gehofft hatte, Uli Hoeneß würde diesen Schritt nicht gehen, zeigt sich sichtlich enttäuscht. "Einen solch dicken Fisch" ziehen lassen zu müssen, mache einem die eigene Machtlosigkeit deutlich bewusst, so der Jurist Carl-Christoph Hemminger gegenüber dem Postillon.
Das Finanzministerium befürchtet nun Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. Denn der Fiskus muss Uli Hoeneß nicht nur die im vergangenen Jahr gezahlten fünf Millionen Euro Kaution zurückerstatten, sondern auch auf etwaige Strafzahlungen seitens des rehabilitierten Bayern-Präsidenten verzichten. Hinzu komme, dass seit dem Bekanntwerden des Hoeneß-Rückzugs mehrere hundert weitere Steuersünder ebenfalls ihre Selbstanzeige wieder zurückgezogen haben.
fed; Foto oben: Fingerhut / Shutterstock.com, Foto rechts: Zac Allan, CC BY-SA 3.0
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