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Montag, 10. März 2014

Tschetschenen, Inguschen und Dagestaner ebenfalls bereit, über Nationalität abzustimmen

Grosny, Magas, Machatschkala (dpo) - Könnte die Abstimmung der Krim-Bevölkerung über ihre Nationalität zum Ex- bzw. Importschlager werden? Separatisten aus den russischen Republiken Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan bezeichneten das geplante Referendum als "beste Idee, die Putin jemals hatte". Nun wollen die Bewohner der nordkaukasischen Provinzen am 16. März zeitgleich mit der Krim ebenfalls über ihre Nationalität abstimmen. Der russische Bevölkerungsanteil in den drei Republiken liegt zwischen 0,8 und 3,6 Prozent.

"Wir sind hier ja normalerweise keine Putin-Fans", erklärt etwa der tschetschenische Guerilla-Kämpfer und Terrorist Doku Umarow. "Aber bei der Sache mit dem Selbstbestimmungsrecht der Völker hat er wirklich den Nagel auf den Kopf getroffen. Hätte es solche Abstimmungen schon früher gegeben, dann hätten wir uns die zwei Tschetschenienkriege mit über 100.000 Toten ja glatt sparen können. Na, besser spät als nie."
Finden das Selbstbestimmungsrecht der Völker total dufte: Republiken im Nordkaukasus
Auch in Dagestan (3,6% Russen) und Inguschetien (0,8% Russen) ist die Begeisterung groß. "Klasse! Wir stimmen gegen die russische Herrschaft und haben dann einfach unseren eigenen Staat! Nie hätten wir gedacht, dass es so einfach ist", so eine inguschische Witwe, deren Mann vor Jahren verschwunden ist, nachdem er gegen die korrupten russischen Machthaber in Magas protestiert hatte.
Die Vorbereitungen für die Volksabstimmung in Tschetschenien, Inguschetien und Dagestan am 16. März laufen bereits auf Hochtouren. Denn damit, dass der als "lupenreiner Demokrat" und leidenschaftlicher Völkerrechtler geltende Putin derartige Freiheitsbestrebungen unterbinden könnte, rechnet seit der Krim-Krise niemand mehr.
ssi; Karte oben/Foto rechts: Kbh3rdEvstafiev, CC BY-SA 3.0;

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