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Montag, 4. August 2014

Landgericht München verurteilt Bernie Ecclestone zu neun Jahren Haft

London, München (dpo) - Das Landgericht München I hat Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (83) heute zu neun Jahren Haft ohne Bewährung verurteilt. Angeklagt war der Rennsport-Funktionär wegen einer Zahlung von 44 Millionen Dollar Bestechungsgeld an BayernLB-Vorstandsmitglied Gerhard Gribkowsky, der dafür achteinhalb Jahre hinter Gitter musste. Ein Angebot Ecclestones, den Prozess gegen eine Rekordsumme von 100 Millionen US-Dollar fallen zu lassen, lehnte die fünfte Strafkammer unter Richter Noll als unverschämt ab.

"Wahrheit und Gerechtigkeit sind keine Frage des Preises. Es widerspricht dem allgemeinen Rechtsempfinden, ein Schmiergeldverfahren gegen Schmiergeld einzustellen", heißt es unter anderem in der Urteilsbegründung. Nicht eine Minute habe man darüber nachgedacht, das durch Bestechung und andere Straftaten erwirtschaftete Geld des Formel-1-Bosses anzunehmen.
Vielmehr habe das Angebot gezeigt, dass Ecclestone seine Tat nicht im Geringsten bereue, wodurch sich das Strafmaß von sieben auf neun Jahre erhöht habe.
Sollten Ecclestones Anwälte nicht innerhalb des nächsten Monats in Revision gehen, so muss der 83-Jährige seine Haftstrafe spätestens am 4. Oktober antreten. Dass er seinen Posten als Präsident und Geschäftsführer der Formel-1-Holding SLEC behalten kann, ist mehr als zweifelhaft.
fed, ssi; Foto: Ryan Bayona, CC BY 2.0
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