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Freitag, 21. November 2014

Warnwestenpflicht für Rehe und Hirsche soll Zahl der Wildunfälle reduzieren


Berlin (dpo) - In vielen Teilen Deutschlands gelten sie immer noch als notorisch rücksichtslose Fußgänger: Rehe. Doch schon bald könnte sich das schlechte Image der Tiere bei Autofahrern zum Besseren wandeln. Auf Initiative von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) sollen ab kommendem Jahr sämtliche Hirscharten - darunter Rehe sowie Rot- und Damwild - zum Tragen einer Warnweste verpflichtet werden.

Mit seinem Vorschlag will der Minister die Zahl der Wildunfälle drastisch senken. Unterstützt wird er dabei vom Deutschen Jagdverband, der sich schon seit Langem besser gekennzeichnetes Wild wünscht.
Greift durch: Dobrindt
"Leider sind die meisten Hirscharten äußerst unzuverlässig", erklärt der Forstbeamte Andreas Range, der immer wieder angefahrenen Rehen den Gnadenschuss geben muss. "Seit Jahren hängen wir kostenlose Reflektoren an den Rändern von Waldstraßen auf – meinen Sie, auch nur ein Reh hätte sich einmal einen davon umgehängt, um nachts besser gesehen zu werden? Fehlanzeige!"
Um wirksame Anreize zum Tragen der Westen zu setzen, sieht Dobrindts Gesetzentwurf empfindliche Bußgelder für Mehrfachverstöße gegen die Regelung vor; im Extremfall droht Sündern ein dreimonatiges Straßenüberquerungsverbot. "Auch der Wald darf kein rechtsfreier Raum sein", so Dobrindt.
Für den Fall, dass sein Entwurf nicht angenommen werden sollte, hat der Minister bereits einen Ausweichplan parat: Eine neue Maut für ausländisches Wild soll Einnahmen für den Infrastrukturausbau im Wald generieren, damit Rehe künftig ihre eigenen Straßen benutzen können, ohne sich und andere zu gefährden.
dan, ssi; Idee: ara, ssi2; Foto oben [M]: © Eleden/playstuff - Fotolia.com, Foto rechts: Harald Bischoff, CC BY-SA 3.0

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