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Donnerstag, 8. Januar 2015

Alkoholische Getränke als Medikament gegen Schüchternheit zugelassen

London (dpo) - Es war ein langes Antragsverfahren, doch nun steht fest: Alkoholische Getränke sind als Medikament gegen Schüchternheit zugelassen. Das gab die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) in London bekannt. Demnach sei Alkohol hinsichtlich seiner Wirksamkeit eines der am besten geeigneten Mittel, um schüchternen Personen zum zwanglosen Umgang mit anderen Menschen zu verhelfen.

"Schüchternheit ist eine der am weitesten verbreiteten Volkskrankheiten", so Fareed Antar von der EMA gegenüber der britischen Zeitung "The Guardian". In mehreren Studien habe sich jedoch herausgestellt, dass Menschen, die zuvor Alkohol zu sich genommen hatten, in sozialen Situationen zwangloser und direkter kommunizierten.
Ob mit Alkohol auch Schüchternheit im Kindesalter bekämpft werden kann, wird derzeit noch geprüft
Mit zunehmender Dosierung des Stoffes sei auch die Gelöstheit des jeweiligen Probanden messbar gestiegen – bis hin zur völlig ungehemmten Intimität zwischen zwei ansonsten schüchternen Teilnehmern in der letzten Versuchsstufe.
Basierend auf diesen Ergebnissen ist nun eine ganze Reihe von alkoholischen Medikamenten mit unterschiedlichem Wirkungsgrad zugelassen. Bei leichter Schüchternheit reicht laut der Bundesärztekammer ein einfacher Gerstentrunk mit niedrigem Wirkstoff; bei akuter Zurückhaltung gibt es auch stärkere Präparate auf Basis von Kartoffeln, Zucker und anderer Stoffe.
Im Zuge der Studie festgestellte Nebenwirkungen wie Schwindel, Übelkeit, Sprachstörungen und motorische Einschränkungen liegen laut Medizinern im für Medikamente üblichen Rahmen.
Ob alkoholische Getränke nach ihrer Medikamentenzulassung auch wie bisher in Restaurants, Bars und Kneipen sowie im Einzelhandel erhältlich bleiben oder nur noch auf Rezept in der Apotheke zu erwerben sind, wird derzeit noch von einer Expertenkommission geklärt. Bis eine Entscheidung gefällt ist, bleiben die herkömmlichen Vertriebswege bestehen.
ssi, dan; Foto oben: Peter Niemeyer, CC BY-SA 3.0, Foto rechts: Hasloo / Shutterstock

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