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Freitag, 24. April 2015

Witziger Irrtum: BND dachte, "Auslandsaufklärung" bedeute, das Ausland aufzuklären

Berlin, Pullach (dpo) - Über diesen Schenkelklopfer wird man noch in Jahren lachen. Wie heute bekanntwurde, hat der Bundesnachrichtendienst die NSA jahrelang mit Informationen über europäische Firmen und Politiker versorgt, weil Geheimdienstmitarbeiter den Begriff "Auslandsaufklärung" falsch interpretiert haben. Demnach dachten sie fäschlicherweise, es sei ihre Aufgabe, das Ausland über deutsche Geheimnisse aufzuklären.

"Das ist ja ulkig, so kann man sich irren", erklärt ein Mitarbeiter aus der BND-Zentrale in Pullach, der anonym bleiben möchte. "Das muss man sich mal vorstellen: Wir haben im Prinzip das exakte Gegenteil dessen getan, was eigentlich von uns erwartet wurde. Ich lach mich schlapp!"
Muss sich jetzt völlig umorientieren und künftig im Ausland spionieren: BND
Zwar habe man sich in Pullach und Berlin immer wieder gewundert, warum die Bundesrepublik extra einen aus Steuergeldern (über 615 Millionen Euro/Jahr) finanzierten Dienst mit über 6500 Mitarbeitern unterhält, um andere Länder über die Geschehnisse in Deutschland und Europa aufzuklären. "Aber als Befehlsempfänger macht man halt einfach seinen Job." Immerhin erkläre sich dadurch endlich, warum die Kollegen von der NSA immer so freudig überrascht schienen, wenn sie die neuesten Daten vom BND übermittelt bekamen.
Auch BND-Präsident Gerhard Schindler hat inzwischen zu der komischen Verwechslung Stellung bezogen. "Mir kam beim Frühstück die Milch aus der Nase, als ich zum ersten Mal von der Geschichte hörte", berichtet er unter Tränen. "Ich dachte ja immer, wir seien eine regierungseigene Service-Agentur für befreundete Staaten. Auslandsaufklärung… Mann, Mann, Mann."
Die Schuld an dem lustigen Irrtum sieht der BND nicht nur im eigenen semantischen Unvermögen, sondern auch bei der Regierung. "Warum schauen die uns eigentlich nicht manchmal auf die Finger? Ein wenig parlamentarische Kontrolle und schon wären Pannen wie diese praktisch ausgeschlossen", so Schindel kopfschüttelnd. "Jetzt muss ich aber nach Hause. Ich bin schließlich im Geh-heim-Dienst."
ssi, dan; Foto oben: Shutterstock, Foto rechts: Simon - Pierre Krautkrämer, CC BY-SA 3.0

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