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Mittwoch, 15. Juni 2016

Kaum zu glauben: Dieser Mann hat keine Meinung zur Flüchtlingspolitik

Wuppertal (dpo) - Was ist nur mit ihm los? Martin Kiesinger aus Wuppertal hat absolut keine Meinung zur aktuellen Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Diskussionen zum Thema lehnt der 28-Jährige mangels Interesse strikt ab. In seinem Freundeskreis wird er deshalb wie ein Außenseiter behandelt.

"Ob jetzt mehr oder weniger Flüchtlinge kommen, das ist mir völlig egal", erklärt der gelernte Einzelhandelskaufmann. "Es gibt so viele andere Themen in Politik, Gesellschaft und Kultur, die mir wichtiger sind. Ich muss doch auch keine Meinung zu Tennis oder zur Rentenpolitik haben."
Im Alltag hat es Martin Kiesinger mit seiner Einstellung oft nicht leicht. "Praktisch jeder, den ich kenne, versucht irgendwie, mir ein Statement zur Flüchtlingspolitik rauszulocken. Wahrscheinlich um dann hemmungslos über Flüchtlinge herzuziehen oder über Nazis zu schimpfen. Aber das Spiel mach ich nicht mit. Ich behaupte dann immer, dass ich nicht weiß, was Flüchtlinge sind."
Doch sein mangelndes Interesse an der Flüchtlingspolitik hat auch Vorteile: "Um die Tageszeitung durchzulesen, habe ich früher ein oder zwei Stunden gebraucht. Jetzt schaff ich's in fünf Minuten, indem ich einfach alle Artikel über Flüchtlinge und die AfD weglasse. Das ist quasi nur noch das Wetter und mein Horoskop."
Dennoch ist Kiesinger von dem Thema mehr und mehr genervt. "Es stört mich schon, dass quasi alles von der Europameisterschaft ("Fußball-EM 2016: Nicht alle Flüchtlinge können Spiele sehen") bis hin zum Mindestlohn ("Flüchtlinge: Ökonomen uneinig über Mindestlohn-Ausnahmen") auf Krampf mit der Flüchtlingspolitik zusammengebracht wird. Man kann praktisch jedes Wort gemeinsam mit "Flüchtlinge" googeln und bekommt dazu was. Mich würde es nicht wundern, wenn sogar dieser Artikel über mein Desinteresse, letztlich nur dazu führen wird, dass alle noch erbitterter über die Flüchtlingspolitik diskutieren."
ssi; Foto: Shutterstock
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