Berlin (dpo) - Der deutsche Wirtschaftsmotor stottert. Um dem entgegenzuwirken, knöpft sich die CDU nun die unproduktivste Zeit der Deutschen vor: Laut einem neuen Gesetzesentwurf aus dem Kanzleramt soll der nächtliche Schlaf für Arbeitnehmer vollständig abgeschafft werden.
Bundeskanzler Friedrich Merz verteidigt die radikalen Reformpläne im Gespräch mit dem Postillon: "Können wir es uns wirklich leisten, dass Menschen, die in Lohn und Arbeit stehen und ein festes Gehalt kassieren, jede Nacht sechs, sieben, acht oder mehr Stunden einfach die Augen schließen und nichts tun?", fragt er. "Das ist doch der Gipfel der Unproduktivität, ja, der Faulheit, um es mal so direkt zu sagen."
Die Zahlen sprächen für sich, so der Bundeskanzler. "Wir haben das ausrechnen lassen von anerkannten Experten. Der Schaden, den Schlaf für die Volkswirtschaft verursacht, befindet sich im dreistelligen Milliardenbereich. Und das ist konservativ kalkuliert. Das sind doch unhaltbare Zustände!"
Sobald der unproduktive Nachtschlaf abgeschafft sei, können Arbeitnehmer ihre Tagesarbeitszeit um ebenjene acht bisher vergeudeten Stunden erhöhen. "16 Stunden pro Tag sind da dann locker drin", so der CDU-Politiker. "So wird Deutschland wieder wettbewerbsfähig."
Ihm sei bewusst, dass die Pläne nicht nur beim Koalitionspartner SPD, sondern auch in der Bevölkerung auf Unverständnis stoßen werden, erklärte Merz. "Klar, das gefällt den Sozialdemokraten nicht. Aber mit Verlaub, ich bin die Ausreden leid. Den ganzen Kritikern kann ich nur sagen: Kommen Sie mir nicht mit 'müde' oder ähnlichen Ausflüchten. Da trinkt man halt mal eine oder zwei Tassen Kaffee mehr. Dann geht das schon."
Trotz der Widerstände hofft man in der Union, das Gesetz noch im Frühjahr durch den Bundestag zu bringen. Danach will sich Merz die restlichen acht Stunden Freizeit sowie Urlaube, Feiertage und Wochenenden vornehmen.
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