Berlin, Wismar (dpo) - Auch im Ozean gilt das Leistungsprinzip: Friedrich Merz hat sich heute dagegen ausgesprochen, in der Ostsee gestrandete Wale zu unterstützen. Jede Hilfe setze nur falsche Anreize und bewirke das Gegenteil dessen, was man beabsichtige, so der Bundeskanzler.
"Es mag erst einmal sinnvoll erscheinen, so einem festsitzenden Wal zur Hilfe zu eilen", erklärte Merz am Rande des Staatsbesuchs des syrischen Präsidenten. "Aber was senden wir denn damit für Signale! Man läuft auf eine Sandbank auf und dann kommen schon irgendwelche Leute und schieben einen ins Meer zurück, ohne dass man selbst etwas leisten muss. Wenn das andere Wale mitbekommen, dann sind bald alle unsere Strände voller dickhäutiger Meeresriesen!"
Zudem seien die Kosten eines Hilfseinsatzes für andere Wale, die keine Unterstützung brauchen, kaum vermittelbar. "Die schwimmen jahrzehntelang fleißig selbst durch die Meere, benutzen dabei nur ihre eigenen Muskeln und sehen dafür keinen Cent. Bei denen kommt an: Für mich gibt's nur was, wenn ich faul festsitze und mich bedienen lasse."
Er erwarte daher, dass für den Wal vor Wismar nun keine weiteren Steuergelder aufgewendet werden. "Meinetwegen können die nochmal zu ihm rausfahren und ihm ein paar Tipps oder eine Broschüre geben, die erklärt, wie er sich freischwimmen kann. Aber alles andere hat mit dem Leistungsgedanken, auf dem unser Land gebaut ist, nichts mehr zu tun."
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