Stuttgart, Berlin (dpo) - Nach der knappen Wahlniederlage in Baden-Württemberg zieht die Union Lehren aus dem turbulenten Wahlkampfendspurt: Zur Verhinderung von Schmutzkampagnen will sie künftig Medien und Privatpersonen die Verbreitung von echten Videoclips ihrer Kandidaten untersagen.
"Solche dreist unmanipulierten Videos mit Originalaussagen unserer Kandidaten richten einen riesigen Schaden an und verunglimpfen die CDU bei potentiellen Wählern", erklärte Unions-Fraktionschef Jens Spahn im Gespräch mit dem ARD-Hauptstadtstudio. "Das ist ganz klares Negative Campaigning."
Originalvideos und -zitate von CDU-Kandidaten würden demnach die Union in ein schlechtes Licht rücken und die Wähler animieren, ihr Kreuz woanders zu machen.
"Das ist unfair", so Spahn. "Man darf uns nicht daran messen, was wir von uns geben. Wenn unser Kandidat nicht weiß, wie der Klimawandel funktioniert, oder sagt, dass er 16-jährige Mädchen mit rehbraunen Augen gut findet, dann geht das den Wähler doch nichts an."
Immerhin will die Union nicht alle Videoclips mit Aussagen ihrer Kandidaten verbieten. "Mit KI erstellte Videos, in denen unsere Leute kluge und populäre Dinge sagen, finden wir durchaus akzeptabel."
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