Reutlingen (dpo) - In einer Matratzen-Concord-Filiale in Reutlingen kam es heute zu panischen Szenen, nachdem unerwartet und ohne jede Vorwarnung ein Kunde den Verkaufsraum betrat und Interesse an den dort ausgestellten Matratzen zeigte.
Der 55-jährige Reutlinger Martin Aschoff, der den Tumult auslöste, kann es immer noch nicht fassen: "Ich wollte niemanden erschrecken", beteuert er. "Ich brauche nur eine Matratze und da dachte ich, ich schaue einfach in dem Laden vorbei. Schließlich werben die immer mit fetten Rabatten.
Doch was als harmloses Matratzenshopping geplant war, eskalierte schon nach wenigen Sekunden: "Schon als ich vor dem Schaufenster geparkt habe, habe ich gesehen, dass mich von drinnen jemand mit großen Augen erschrocken anstarrt", berichtet der gelernte Stuckateur. "Und als ich in den Laden laufe, rennen die Leute da drinnen einfach panisch weg wie so kopflose Hühner. Als nächstes habe ich gehört, wie sie sich im Hinterzimmer gegenseitig anbrüllen: 'Ein Kunde! Ein echter Kunde! Was sollen wir tun?! Scheiße!'"
Nachdem ein erster Fluchtversuch des Personals durch ein Toilettenfenster auf der Rückseite des Gebäudes an einem defekten Scharnier gescheitert war, stellten sich die Mitarbeiter schließlich der Situation. "Da waren zwei, ein Mann und eine Frau, die haben gezittert wie Espenlaub", erinnert sich Aschoff. "Als ich die gefragt habe, was eine der Matratzen kostet, haben sie nur rumgestammelt und sich gegenseitig schulterzuckend angeschaut."
Daraufhin sparte sich Aschoff die Beratung und testete die Matratzen kurzerhand euf eigene Faust, während das Personal immer wieder ängstlich zwischen Betten und Regalen hervorlugte.
"Als ich dann eine Matratze ausgesucht hatte und kaufen wollte, wussten die nicht, wie sie sie mir mitgeben sollten. Einer der Männer machte sich auf die Suche nach einer Papiertüte, während die Frau den Staub von der Kasse wischte und erfolglos versuchte, das System zu starten."
Schließlich gab Aschoff genervt auf und verließ die Filiale, ohne ein Produkt gekauft zu haben. "Jetzt muss ich mir wohl eine Matratze im Internet bestellen", erklärt er. "Schade. Ich hätte gerne ein Geschäft vor Ort unterstützt."
Auf telefonische Nachfrage des Postillon verzichtete das Unternehmen Matratzen Concord auf ein Statement zu dem Vorfall. Stattdessen waren bei unserem Anruf im Hintergrund nur panische Schreie und tumultartige Szenen zu hören, bevor das Gespräch abrupt beendet wurde.
pga, dan; Foto [M,KI]: Shutterstock