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Montag, 13. April 2009

Hart aber fair: Todesstrafe für Teddybär

Saarbrücken (dpo) - Der kleine Timmy (6) ist entsetzt, spricht nicht mehr, starrt nur noch auf die zwei Glaskügelchen in seiner Hand.
Zur Vorgeschichte: Bereits gestern wurde Timmys Teddybär Teddy (5) nach einer mehrstündigen Verhandlung vor dem Familiengericht zum Tode durch Verbrennen im hauseigenen Kachelofen verurteilt. Ihm wurde zur Last gelegt, eine Fensterscheibe eingeworfen zu haben. Als Begründung für die drastische Strafe führten die vorsitzenden Richter Mama und Papa das lange Vorstrafenregister Teddys an.
Teddy soll in den letzten Jahren mehrere Tapeten beschmiert und fünf Gläser sowie zwei Vasen zerbrochen haben. Weiterhin zerschnitt er Papas Krawatte und stahl sogar in einem Fall zwei Euro aus Mamas Portemonnaie. Überführt wurde der kleine haarige Ganove, der während des gesamten Prozesses keine Miene verzog und von seinem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machte, stets durch belastende Zeugenaussagen des kleinen Timmys, der bei allen kriminellen Handlungen von Teddy unbeteiligt vor Ort war. Der brave Junge beteuerte in allen Fällen, wie auch im aktuellen Prozess: "Ich war es nicht! Das war Teddy."
Das Urteil wurde sofort nach der Verkündung unter lautem Schreien Timmys vollstreckt. Verständlich, denn der Knabe und der Bär waren trotz der kriminellen Umtriebe Teddys fünf Jahre lang engste Freunde. Immerhin: Die feuerfesten Augen seines früheren Spielgefährten durfte Timmy anschließend aus dem Ofen fischen und behalten.
ssi; Foto: Timmy (6) und Teddy (†) in glücklicheren Tagen.

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