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Dienstag, 10. August 2010

Ratlosigkeit in Russland: Feuer lässt sich nicht von Polizisten niederknüppeln

Moskau (dpo) - Bereits seit Tagen wüten in Russland heftige Waldbrände. Obwohl die Regierung sämtliche Polizeikräfte der Region mobilisiert hat, gelingt es nicht, das Feuer einzudämmen.

Russische Polizisten rücken mit Schlagstöcken gegen das Feuer vor.
Dimitri Wasiljew, Polizist aus Osersk, wo die Flammen besonders schwer wüten, versteht die Welt nicht mehr: "Demonstrationen von Dissidenten oder Schwulen lassen sich deutlich leichter auflösen als dieses Inferno. Man schlägt und schlägt, aber das Feuer lässt nicht nach – und beim Versuch, einzelne Brandherde abzuführen und ohne Prozess einzusperren, sind uns schon mehrere Fahrzeuge und sogar ein ganzes Gefängnis abgebrannt."
Polizisten schlagen ein am Boden liegendes Feuer
Die Ratlosigkeit setzt sich bis in höchste Regierungsebenen fort: "Wir versuchen das Problem ganz genauso zu lösen, wie wir alle anderen Probleme lösen: Mit massivem Polizeieinsatz", rechtfertigte sich der russische Ministerpräsident Wladimir Putin bei einer Pressekonferenz. "Aber das Feuer zeigt sich – ganz anders als die Opposition – völlig unbeeindruckt von den Knüppeln und Schlagstöcken unserer Männer." Putin kündigte daher an, er wolle den Einsatz von Tränengas und Gummigeschossen genehmigen.
Sollte auch das nicht fruchten, so Putin weiter, müsse die Armee aktiviert werden, denn dann kann nur noch ein gezielter Nuklearangriff verhindern, dass die Brände auch auf russische Atomanlagen übergreifen.
ssi