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Freitag, 10. Februar 2012

Ratgeber: Das ändert sich für Sie beim neuen Punktesystem in Flensburg


Berlin (dpo) - Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) hat die Flensburger Verkehrssünderkartei reformiert, damit endlich die Schlagzeilen in den Hintergrund rücken, er würde Mitarbeiter nur nach Parteibuch einstellen.
Doch worauf genau müssen sich notorische Raser jetzt einstellen? Der Postillon hat recherchiert und klärt die wichtigsten Fragen zum neuen System:

1. Was ändert sich am Punktesystem?
Das neue Punktesystem soll laut Ramsauer einfacher, transparenter und handhabbarer werden. Deshalb verlieren Verkehrssünder ihren Führerschein nicht mehr bei komplizierten, intransparenten und unhandhabbaren 18 Punkten, sondern bereits bei einfachen, transparenten und handhabbaren acht Punkten. Größter Vorteil hierbei: Die Punkte können selbst bei den meisten Sägewerkmitarbeitern an den Fingern abgezählt werden (handhabbar!). Ein zusätzliches und gerade während der Fahrt lästiges Hinzuziehen der Zehen entfiele.
Auch neu ist: Autofahrer, die genau sieben Punkte erreichen, müssen in die Relegation. Je zwei Verkehrssünder müssen dabei in einem staatlich geprüften Todesrennen gegeneinander antreten. Der Sieger darf seinen Führerschein behalten.

2. Wofür gibt es wie viele Punkte?
Gibt nur noch einen Punkt in Flensburg: Wheelie
Leichte Verkehrsvergehen (zu schnell fahren, hupen, Wheelie auf zwei Rädern, Schwiegermutter überfahren) werden künftig mit einem Punkt, schwere (Stoppschild missachtet, laute Musik bei offenem Fenster, Mensch überfahren) mit maximal zwei Punkten geahndet. Drei-Punkt-Gurte sind künftig verboten, weil nicht mehr zeitgemäß.
Punkte können auch weiterhin durch eine Nachschulung abgebaut werden. Für eine leichte Nachschulung wird ein Punkt abgebaut. Eine schwere Nachschulung eliminiert zwei Punkte.

3. Was passiert mit den alten Punkten?
Könnten Punkte dringend gebrauchen: Käfer
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder es gibt eine Generalamnestie und alle bisher gesammelten Punkte - insgesamt 47 Millionen - verfallen. In diesem Falle würden die Punkte entwertet und könnten an abstiegsgefährdete Bundesligavereine verkauft oder an Marienkäfern angebracht werden. Großer Vorteil dieser Variante: Bis zur Amnestie kann jeder noch so viele Verkehrsvergehen anhäufen, wie er will. Sie verfallen ohnehin.
Die zweite Möglichkeit sieht eine 1:1-Übertragung vom alten ins neue System vor. Weil dann die etwa eine Million Autofahrer, die bereits acht oder mehr Punkte gesammelt haben, erst einmal den Führerschein abgeben müssten, würde diese Lösung auch die verstopften Autobahnen und Innenstädte vorübergehend entlasten.

4. Wann verjähren die Punkte?
Die Punkte für einfache Vergehen verjähren nach zwei Jahren, die Punkte für schwere Vergehen nach drei Jahren. Allerdings dauert ein Jahr nach dem neuen System nicht mehr 365 oder 366 Tage, sondern einfache, transparente und handhabbare 514 Tage (bei schweren Vergehen 517).

5. Welche Änderungen gibt es sonst noch?
Nostalgiebonus: 3 Punkte
Im Zuge der Reform gibt es auch zahlreiche kleinere Änderungen:
1. Geisterfahrer erhalten künftig zwei Punkte Strafe. Überschreiten sie jedoch auf ihrer Geisterfahrt gleichzeitig noch die Geschwindigkeitsbeschränkung, wird ihnen ein Punkt wieder erlassen (negative Geschwindigkeitsüberschreitung).
2. Fahrzeughalter mit einem altem Führerschein ("Lappen") erhalten einen Nostalgiebonus von drei Freipunkten.
3. Eine Frauenquote soll dafür sorgen, dass künftig nicht mehr 78 Prozent der Verkehrssünder männlichen Geschlechtes sind. Künftig müssen mindestens 40 Prozent aller Punkte an Frauen ausgegeben werden, wenn diese gleich qualifiziert sind.

ssi; Foto links oben: © lassedesignen - Fotolia.com, Foto rechts unten: Thorsten Schmidt, cc by-sa 3.0



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