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Montag, 12. März 2012

Skandal! Zahl sinnloser Studien laut Studie um 120 Prozent gestiegen

Bonn (dpo) - Unfassbar! Die Zahl sinnloser Studien und Umfragen ist in den vergangenen zehn Jahren um rund 120 Prozent gestiegen. Zu dieser bahnbrechenden Erkenntnis kam das Institut für Wissenschaftsforschung (IfW) in einer aktuellen Studie. Ein möglicher Grund für diesen Anstieg könnte darin liegen, dass Medien oft reißerisch über die Ergebnisse derartiger Studien berichten.

So wurde binnen weniger Tage etwa herausgefunden, dass Wölfe keine Schafe mögen, berufstätige Frauen häufiger rauchen und trinken, dass aber auch reiche Jugendliche mehr Alkohol trinken, dass Linke und Rentner gerne im Ruhrgebiet leben, Paul und Sophie in Sachsen beliebte Kindernamen sind, die Friedhofsgebühren explodieren und dass die Mehrheit der Deutschen an die Liebe des Lebens glaubt. Ja, es wurde sogar erforscht, was Hannoveraner freut und nervt.
Kritisiert Publicity-Geilheit: Sönken (IfW)
"Der Trend ist eindeutig", bestätigt Dr. Klaas Sönken, der Leiter der Studie. "Egal wie banal eine Fragestellung erscheinen mag, irgendwer fertigt dazu garantiert eine Studie an. Oft habe ich, Dr. Klaas Sönken, dabei das Gefühl, dass die Studienleiter nur darauf aus sind, ihren Namen in der Zeitung zu lesen – am besten mit einem schmeichelhaften Foto."
Denn dass sich schon irgendein Schundblatt findet, das eine solche sinnlose Studie unter einer reißerischen Überschrift abdruckt oder online veröffentlicht, gilt in der Regel als ausgemacht.
Dabei hat eine Auswertung durch das IfW von insgesamt drei dieser sinnlosen Studien ergeben, dass die Menge der genommenen Stichproben und die Anzahl der Befragten bei zwei von drei Studien so gering sind, dass daraus keine seriösen Schlüsse gezogen werden können.
Auch die Frage "Sie glauben schon, dass bei den meisten Studien ein vorher gewünschtes Ergebnis mithilfe von Suggestivfragen oder mangelhaften Antwortmöglichkeiten herbeigeführt wird, oder?" beantworteten 90 Prozent der zehn im Rahmen von Sönkens Studie Befragten mit "Ja". Nur 10 Prozent kreuzten "Nein, ich habe aber generell von wenig Ahnung" an.
Sönken vermutet, dass hinter dem großen Anstieg der Zahl sinnloser Studien auch eine Art Verdrängungswettkampf zwischen den verschiedenen Forschungsinstituten stecken könnte. "Da will jeder was vom großen Kuchen abhaben", so der renommierte Wissenschaftler. Er rät Medienmachern und -konsumenten daher, künftig nur noch über Studien zu berichten bzw. nur noch solche zu lesen, die vom IfW durchgeführt wurden.
ssi; Foto oben: © cirquedesprit - Fotolia.com, Foto unten: © S. Schuldis - Fotolia.com



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