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Mittwoch, 2. Mai 2012

Bettler streiken bundesweit für mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen

Berlin (dpo) - Sie wollen mehr Lohn und bessere Arbeitsbedingungen: Die Gewerkschaft für die Interessen von Bettlern und Schnorrern (GIBS) hat angekündigt, ab dem kommenden Wochenende auf unbefristete Zeit in Streik zu treten. Dem Entschluss ging eine Urabstimmung voraus, die in sämtlichen öffentlichen Toiletten und Bahnhofsmissionen Deutschlands abgehalten wurde.

Der einarmige Willi (52), seines Zeichens Gewerkschaftsfunktionär, präzisierte im Gespräch mit dem Postillon die Forderungen der Bettler, die sich selbst lieber als "Poverty Manager" bezeichnen. Er beklagt: "Unsere Arbeitgeber, die Leute in den Fußgängerzonen, glauben offenbar, sie könnten uns mit ein paar Almosen abspeisen. Aber nicht mit uns!", so der Bettler mit über 30 Jahren Berufserfahrung. "Immerhin bieten wir ihnen etwas, was mehr als ein paar Münzen wert sein sollte: Ein gutes Gewissen."
So viel wollen die Bettler mindestens pro Gabe
Ein weiterer Streikgrund sind die katastrophalen Arbeitsbedingungen der schnorrenden Zunft. Immer häufiger müssten Bettler mühsam humpeln oder im Winter mit dem Gesicht auf dem kalten Asphalt liegen, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können. Fortbildungen müssen fast immer aus eigener Mütze bezahlt werden.
Ab Freitag um 12 Uhr Mittag werden daher sämtliche Bettler Deutschlands die Arbeit niederlegen. Statt in der Fußgängerzone zu sitzen und zu betteln, werden sie dann in der Fußgängerzone sitzen und so lange streiken, bis sie ihre Ziele erreicht haben. Dazu gehören Mindestgaben von 1,77 Euro pro Spender sowie ein Büro für jeden Bettler und die Möglichkeit, auch von zu Hause zu arbeiten.
Einzig der Umgang mit möglichen Streikbrechern aus dem osteuropäischen Raum, die den Arbeitskampf nutzen wollen, um das große Geld zu machen, wird in der Bettlergewerkschaft noch heiß diskutiert. Denn würde man sie zum Krüppel schlagen, könnten die Streikbrecher dank des daraus folgenden Mitleidsbonus noch mehr Geld verdienen.
ssi; Foto links: © margaretwallace - Fotolia.com, Foto rechts: © M. Schuppich - Fotolia.com



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