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Mittwoch, 2. Oktober 2013

Zentralrat der Herrenlosen Koffer wehrt sich gegen Generalverdacht

Düsseldorf (dpo) - Der Zentralrat der Herrenlosen Koffer (ZHK) kritisiert, dass immer häufiger unbeaufsichtigte Gepäckstücke an Bahnhöfen, Flughäfen und anderen Verkehrsknotenpunkten unter generellen Terrorverdacht gestellt werden. Wie auch die jüngsten Fälle in Eschweiler, Bonn, Nürnberg, Köln, Leverkusen und an vielen weiteren Orten bewiesen hätten, seien die allermeisten herrenlosen Koffer friedliche Zeitgenossen, die lediglich von schusseligen Reisenden vergessen wurden.

"Immer wieder werden unbeaufsichtigt herumstehende Gepäckstücke grundlos verdächtigt. Und das, obwohl wir nur in den allerseltensten Fällen Bomben enthalten", erklärte der ZHK-Vorsitzende - selbst ein älterer herrenloser Reisekoffer der Marke Sipra - bei einer Pressekonferenz. "Für Drecksarbeiten wie den Transport von Kleidung, Unterlagen und anderen Gegenständen sind wir gut genug, aber wehe, einer von uns steht irgendwo unbeaufsichtigt herum, schon bricht grundlose Panik aus."
Fühlt sich von der Gesellschaft alleingelassen: herrenloser Koffer
Die Repressalien, denen sich unbeaufsichtigte Gepäckstücke ausgesetzt sehen, reichen von argwöhnischen Blicken über diskriminierende Lautsprecherdurchsagen ("Lassen Sie Ihr Gepäck nicht unbeaufsichtigt") bis hin zur kontrollierten Sprengung durch ein Bombenentschärfungskommando. Dies sei völlig unverhältnismäßig und treibe nicht wenige Koffer tatsächlich dazu, sich zu radikalisieren.
 "Seit dem 11. September 2001 ist die Diskriminierung herrenloser Koffer besonders schlimm", so der ZHK-Vorsitzende. "Nur weil einige wenige - übrigens maximal 0,0001 Prozent - schwarze Schafe randvoll mit Sprengstoff sind, werden wir alle wie Schwerverbrecher ... He, was soll das? Was wollen Sie hier?"
An dieser Stelle wurde die Pressekonferenz von der Polizei gestürmt, die offenbar zahlreiche Hinweise darauf erhalten hatte, dass sich im Hauptsitz des ZHK mehrere unbeaufsichtigte Gepäckstücke befänden. Zur Stunde ist das gesamte Areal evakuiert und abgeriegelt. Ein Sprengkommando rückt an.
ssi; Fotos: Fotolia
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