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Donnerstag, 14. August 2014

Verzweifelter Autofahrer versucht seit Tagen, Konvoi aus 280 weißen Lkw zu überholen

Moskau, Luhansk (dpo) - Igor Koslow ist verzweifelt. Seit Dienstagmorgen hängt der Moskauer Geschäftsmann mit seinem Auto hinter einem drei Kilometer langen Konvoi aus 280 weißen Lastwagen mit roten Fahnen fest. Mehrfach musste der 42-Jährige Überholvorgänge wieder abbrechen, weil sich die Lkw immer wieder gegenseitig überholen oder die Sichtverhältnisse zu schlecht sind. Koslow, der beruflich nach Dnipropetrowsk unterwegs ist, steht kurz vor einem Nervenzusammenbruch.

"Ich dreh hier noch durch", klagt Koslow. "Normalerweise packe ich die Strecke in unter 16 Stunden, aber an diesen verdammten Lastwagen komme ich einfach nicht vorbei. Irgendeiner schert immer zum Überholen aus und zwischen sich lassen die auch niemanden."
Kommt einfach nicht an den Lkw vorbei: Koslow
Statt den Konvoi einfach überholen zu können, muss Koslow nun schon seit über 48 Stunden mit durchschnittlich 70 Stundenkilometern hinter den weißen Lastwagen herfahren. Auch dichtes Auffahren, Auf- und Abblenden und links Blinken blieben bislang fruchtlos.
"Und dann halten die auch immer wieder an, als wäre nicht klar, ob sie weiterfahren dürfen oder nicht", so der Geschäftsmann, an dessen Schläfe eine dicke Ader bedenklich pocht. "Aber natürlich immer dann, wenn es wegen einer Baustelle nur einspurig ist."
Schon seit Tagen habe er nichts mehr gegessen, erklärt Koslow außerdem. Zwar habe er bei einigen der Fahrer des Konvois nach Essen gefragt. Doch leider seien die Lkw nur mit einer getarnten Invasionsarmee beladen.
Immerhin: Allzu lange dürfte Koslows Martyrium nicht mehr dauern: "Ab kurz vor Luhansk kenne ich mich aus. Da fahre ich von der Autobahn runter und versuche mein Glück auf der Landstraße."
ssi; dan; Foto oben: © dpa - picture alliance, Foto rechts: shalunts / Shutterstock
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