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Für Menschen, die kein Problem damit haben, mehr auszugeben: Brutto-Supermarkt eröffnet

Regensburg (dpo) - Eine neue Marke schickt sich an, die deutsche Supermarktbranche aufzumischen: In Regensburg ist heute die erste Filiale der Einzelhandelskette Brutto eröffnet worden. Das Angebot von Brutto richtet sich an Kunden, die kein Problem damit haben, mehr Geld für ihren Einkauf auszugeben.

Der Andrang war groß, als Filialleiterin Olga Fribus gemeinsam mit Konzernchef Harald Winterberg um neun Uhr feierlich das rote Band vor dem Eingang zerschnitt. "Ich stehe schon seit zwei Stunden hier an", erklärt etwa Kundin Miriam Klein, während sie genüsslich einen an Wartende ausgeschenkten Kaffee für 9,50 Euro trinkt. Sie deutet auf einen Prospekt von Brutto. "Schauen Sie mal: Elmex Zahnpasta für 12,99 Euro pro Tube. Oder hier, Pril Spülmittel für 15 Euro pro Liter. Keine Ahnung, ob das jetzt besonders günstig ist; ich schaue ehrlich gesagt beim Einkaufen normal nicht so auf die Preise. Aber es gibt auf jeden Fall schöne Produkte hier."

Die Kette, die sich selbst als "Marken-Surcharge" bezeichnet, macht kein Geheimnis aus ihrer Preispolitik. "Wir setzen darauf, dass die Menschen einfach zu bequem sind, um anderswo einzukaufen", so Brutto-Boss Winterberg. "Und wir lügen ja auch niemanden an. Unsere wöchentlichen Aktionen mit den neuesten Preisaufschlägen bewerben wir selbstverständlich mit Plakaten und Prospekten."

Schreckt das potentielle Kunden nicht eher ab? Vor Ort scheint es nicht so: "Klar, ich könnte die exakt gleiche Dose Erbsen bei einem Discounter wahrscheinlich für 79 Cent oder so bekommen, anstatt hier 4,95 Euro zu zahlen", meint etwa Kunde Joris Hartwig, der gerade seinen Einkauf für insgesamt 1421 Euro in den Kofferraum seines Porsche Cayenne geraden hat. "Aber würden die hier wirklich so viel Geld verlangen, wenn die Produkte am Ende nicht doch irgendwie ein bisschen besser wären als bei den anderen? Es fühlt sich jedenfalls so an." Er zuckt mit den Schultern, bevor er einsteigt und davonfährt.

Bei Brutto ist man mit der ersten Resonanz hochzufrieden. Schon im März sollen im gesamten Bundesgebiet 14 weitere Filialen die Pforten öffnen – bis 2027 sollen es insgesamt 160 Niederlassungen sein, in denen Kunden weniger für ihr Geld bekommen.

sge, dan
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