Cortina d’Ampezzo (dpo) - Erneut gibt es Wirbel um die kanadischen Curler bei den Olympischen Spielen. Nachdem die Männermannschaft erst vor wenigen Tagen von den Schweden beschuldigt worden war, mit einer Doppelberührung der Steine die Regeln gebrochen zu haben, stehen nun noch schwerere Vorwürfe im Raum: Bildanalysen legen nahe, dass das Team mindestens einmal statt eines Besens einen Staubsauger einsetzte.
Die fragliche Szene ereignete sich am Dienstag im Vorrundenspiel der Kanadier gegen Großbritannien. In mehreren Bildern ist deutlich zu sehen, wie Brad Gallant das Eis vor einem von seinem Teamkollegen Marc Kennedy gespielten Stein nicht wie vorgeschrieben mit einem speziellen Curlingbesen, sondern mit einem Staubsauger bearbeitet – offenbar, ohne dass die Schiedsrichter etwas bemerken.
"Ein Staubsauger ist natürlich viel leistungsfähiger als ein Besen", erklärt der deutsche Curlingprofi Hannes Rodinghausen. "Das weiß jeder, der schon einmal die eigene Wohnung geputzt hat. Unfassbar, dass so ein Betrug bei Olympia nicht auffällt."
Tatsächlich hatten sich vor Ort offenbar einige Zuschauer über ein lautes Staubsaugergeräusch gewundert, das zeitweilig zu hören gewesen sein soll. Auf Fernsehbildern ist zu sehen, wie sitzende Personen am Rand des Spielfelds sogar aus Gewohnheit die Füße heben.
Das Olympische Komitee will die Vorwürfe nun prüfen und hat eine baldige Stellungnahme angekündigt.
dan, ssi; Foto: imagoMehr Olympia im Postillon:
