Berlin, Hamburg, München (dpo) - Mit Nadeln gespickte Halloween-Süßigkeiten haben in den letzten Tagen für viel Aufsehen gesorgt. Nun mehren sich Berichte über eine neue perfide Art der Körperverletzung: In zahlreichen Städten haben Unbekannte offenbar große Mengen Zucker in Süßigkeiten gemischt und diese an Kinder verteilt.
Im gesamten Bundesgebiet liegen den Polizeibehörden fast 15.000 Verdachtsfälle vor, fast stündlich werden mehr gemeldet. Die Masche der Täter war dabei immer die gleiche: Sie gaben an Halloween unscheinbare Süßigkeiten an Kinder heraus, die zuvor mit extremen Zuckermengen versehen worden waren. Dabei nahmen sie schwere gesundheitliche Schäden bei ihren Opfern in Kauf.
"Teilweise bestand mehr als die Hälfte der Süßigkeiten aus raffiniertem Zucker", erklärt Kriminologe Leonard Zaslavski. "So etwas ist kein Kavaliersdelikt und auch kein harmloser Streich."
In solchen Mengen könne Zucker zu Karies, Übergewicht, Typ-2-Diabetes, Fettleber oder gar zu schweren Herz-Kreislauferkrankungen führen. "Der Straftatbestand der versuchten gefährlichen Körperverletzung ist somit erfüllt", so Zaslavski.
Über mögliche Täter ist derzeit noch nichts bekannt – die Polizei hält sich bei ihren Ermittlungen bislang bedeckt. Ein Sprecher der bayerischen Polizei erklärte jedoch, dass man zum jetzigen Zeitpunkt einen Zusammenhang zwischen den Taten oder gar ein gewerbsmäßig organisiertes Täternetzwerk nicht ausschließen könne.
Bei Ergreifung drohen den Kriminellen mehrjährige Haftstrafen.
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