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Montag, 18. März 2019

Geht er jetzt zu weit? Özil heiratet Erdogan

Ankara (dpo) - Die einen finden es romantisch, für viele aber ist es eine weitere Provokation. Wie soeben bekannt wurde, hat Mesut Özil am Freitag den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geheiratet. Fans des deutschen Ex-Nationalspielers zeigten sich ein weiteres Mal enttäuscht. Sie hätten mehr Fingerspitzengefühl erwartet.

Der Profifußballer und der Präsident gaben sich am Sonntagnachmittag in der Sultan-Ahmed-Moschee in Istanbul das Ja-Wort. Für manche kam die Trauung nicht unerwartet. Schon bei einem Treffen im Jahr 2018 zeigte Özil dem für seinen gnadenlosen Umgang mit Journalisten und politischen Gegnern berüchtigten Politiker seine Zuneigung, indem er ihm ein handsigniertes Arsenal-Trikot überreichte:
Auch die Worte "mein Präsident" sollen damals gefallen sein.
Trotz vehementer Kritik aus Deutschland hielt Özil zu Erdogan und entschuldigte sich nicht. Stattdessen trat er nach der missglückten WM 2018 gekränkt aus der Nationalmannschaft zurück, worauf schon bald die erste zärtliche Äußerung Erdogans über Özil folgte: "Ich küsse seine Augen", sagte Erdogan öffentlich nach einem Telefonat mit dem Mittelfeldspieler.
Nun also die Hochzeit. In Deutschland muss Özil deswegen wohl erneut mit einem Proteststurm rechnen. Viele sehen die Trauung als weitere Provokation. "Der liebt den Erdogan doch gar nicht", schreibt etwa ein enttäuschter Fan auf Twitter. "Das macht er doch nur aus Rache, um dem DFB eins auszuwischen!"
Andere beklagen, dass es sich für einen langjährigen Nationalspieler und deutschen Staatsbürger nicht gehört, den Präsidenten eines anderen Landes zu ehelichen. "Hätte er Frank-Walter Steinmeier geheiratet, wär das absolut ok gewesen. Das ist nämlich 'sein Präsident'. Nicht der Erdogan", findet Meli Ssa auf Facebook.
Fußballexperten gehen davon aus, dass die Ehe ohnehin nicht lange halten wird. So habe Özil während der Zeremonie lustlos und unmotiviert gewirkt und mehrmals die Schultern hängen lassen.
ssi, dan; Foto oben [M]: Shutterstock; Erstveröffentlichung: 18.3.19
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