Berlin, Büchel (dpo) - Peinliche Panne im Verteidigungsministerium: Offenbar fielen dort Materialbeschaffer der Bundeswehr auf Betrüger herein. Insgesamt sieben frisch beschaffte angeblich unsichtbare Tarnkappenbomber im Wert von insgesamt 13 Milliarden Euro stellten sich im Nachhinein als nichtexistent heraus.
"Wir sind stolz darauf, diese sieben hochmodernen Flugzeuge in Dienst stellen zu dürfen", erklärte Verteidigungsminister Boris Pistorius gestern noch stolz und nichtsahnend vor einem leeren Rollfeld in Büchel. "Sie verfügen über eine so ausgefeilte Tarnfähigkeit, dass man sie selbst im geparkten Zustand praktisch nicht sehen kann."
Tatsächlich hatten die Verkäufer - ein angebliches Militärunternehmen namens "Fakeheed Martin" - während des gesamten Verkaufsprozesses damit geworben, dass ihre Maschinen die unsichtbarsten Kampfjets der Welt seien. Die Tatsache, dass keiner der Bundeswehr-Käufer die Tarnkappenbomber sehen konnte, war schließlich auch der Grund, warum die Firma den Zuschlag bekam.
Am Dienstag wurden die Maschinen dann per Lastwagen angeliefert und mit einem Kran auf das Rollfeld herabgelassen. "Die machten das sehr überzeugend", erklärte ein Sprecher der Bundeswehr. "Einer winkte und rief Dinge wie 'und jetzt langsam runterlassen!' und so. Wir dachten, das sind echte unsichtbare Flugzeuge."
Der Betrug fiel erst auf, als ein Bundeswehrpilot heute Morgen einen der gekauften Kampfjets für einen Übungsflug testen wollte und aus zweieinhalb Meter Höhe abstürzte, als er versuchte, von einer externen Leiter aus in eine der Maschinen zu steigen.
Der Mann blieb glücklicherweise unverletzt, weil es ihm gerade noch gelang, seinen Fallschirm zu öffnen, bevor er auf dem Boden aufschlug.
Anschließende Überprüfungen ergaben, dass alle Stellplätze, an denen sich die sieben Kampfjets befinden sollten, komplett leer waren.
Die Polizei ermittelt derzeit in alle Richtungen. Sie bat mehr als 170 Bedienstete der Bundeswehr zur Vernehmung und riet allen, die Kontakt zu der dubiosen Firma hatten, davon ab, als Werbegeschenke übergebene Tarnkleidungsstücke zu tragen.
cla, ssi, dan; Foto [M]: picture alliance/dpa | Swen Pförtner