Berlin, Erfurt (dpo) - Jetzt muss Friedrich Merz durchgreifen: Nach vollmundigen Aussagen des CDU-Chefs, er werde alle aus der Partei werfen, die mit der AfD kooperieren, wartet Deutschland nun gespannt, wann genau er heute Parteiausschlussverfahren gegen die vier CDU-Abgeordneten einleitet, die für einen AfD-Landtagspräsidenten gestimmt haben.
"Um wieviel Uhr tritt Merz vor die Presse und erklärt, dass die Union die vier Abgeordneten rauswirft?", fragt sich etwa CDU-Wähler Dieter Porzner aus Ahrweiler. "Wird das eher gegen Mittag sein? Oder eher abends? Wo kann ich einschalten? Der Mann muss ja kochen vor Wut. Das wird ein Spektakel!"
Gestern hatte die CDU Sachsen-Anhalt zusammen mit AfD und BSW den AfD-Politiker Tobias Rausch zum Landtagspräsidenten gewählt – das gemeinsame Vorgehen war nach Angaben der AfD im Vorfeld abgesprochen worden.
Einem derartigen Verhalten hatte Merz jedoch zuvor eine eindeutige Absage erteilt ("Solange ich Parteivorsitzender der CDU bin, wird es keinerlei Zusammenarbeit mit dieser Partei geben"):
Verdammt gut gealtert. https://t.co/obvcmKoptr
— Storch_i (@Storch_i) September 15, 2023
Welche Konsequenzen eine gemeinsame Abstimmung mit der AfD haben wird, hatte Merz ebenfalls bereits am 23.12.2021 in einem Interview mit dem Spiegel klargestellt:
Der designierte CDU-Vorsitzende Friedrich #Merz hat angekündigt, eine Kooperation mit der AfD unter allen Umständen zu verhindern. (S+) https://t.co/XmXNCJ88C4 https://t.co/nIDTtYJGeH
— DER SPIEGEL (@derspiegel) December 23, 2021
Klare Worte, denen noch heute entschiedene Taten folgen dürften. Andernfalls müsste man davon ausgehen, dass Merz entweder dreist gelogen oder seine Partei nicht im Griff hat.
ssi, dan; Foto: Imago